Flensburg. Die Zahl der Neuzulassungen ist in Deutschland im Mai weiter zurückgegangen. Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurden insgesamt 289.977 Autos zugelassen, das sind 4,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.
Bei den deutschen Herstellern konnten nur Audi und Porsche punkten. Während die Ingolstädter insgesamt 25.443 Fahrzeuge neu zulassen konnten, kommt Porsche im gleichen Zeitraum auf 2088 Fahrzeuge. Mercedes bewegt sich mit 26.727 Neuzulassungen in etwa auf Vorjahresniveau. Deutlich schlechter sieht es hingegen bei BMW (minus 5,3 Prozent) und Europas größtem Autobauer Volkswagen (minus 6,9 Prozent) aus. Opel musste erneut ein kräftiges Minus von elf Prozent hinnehmen. Auch Mazda Deutschland hat im Mai einen massiven Einbruch erlebt: Laut KBA müssen die Japaner ein Minus von 38,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat im Neuwagen-Geschäft verkraften. Dazu erklärte Mazda-Sprecher Jochen Münzinger auf Anfrage: "Wir haben in unserem Logistik-Center im Hafen von Antwerpen ein Bottleneck-Problem gehabt. Es wurden Prozesse umgestellt, und dabei gab es unerwartete Verzögerungen. Unter dem Strich haben wir dadurch im Mai rund 1100 Fahrzeuge weniger verkauft als möglich." Dies seien rund 40 Prozent weniger gewesen als der Plan, der rund 3500 Verkäufe vorgesehen hatte. Betroffen seien Modelle aller Baureihen. Im neuen Monat Juni sei nicht mehr mit solchen Problemen zu rechnen, sagte der Sprecher.Die zuletzt als Sorgenkind in den Fokus gerückte VW-Tochter Seat hingegen konnte im Mai Boden gut machen. Insgesamt wurden 6159 Modelle zugelassen – Plus 16,3 Prozent. Bei den volumenstärkeren Importmarken gab es im Mai ein deutliches Wachstumsplus bei Toyota (plus 20,5 Prozent), Kia (plus 38,7 Prozent) und Honda (plus 52,1 Prozent).Deutscher Automarkt schrumpft weiter
Der Trend zu kleinen Fahrzeugen ist laut KBA weiterhin ungebrochen. So konnte das Mini-Segment im Mai erneut um 16 Prozent zulegen. Neben den Minis stehen auch Geländewagen weiter in der Gunst der Neuwagenkäufer (plus 13,9 Prozent).
Nach Angaben des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) schwächelten im Mai insbesondere die Privatkäufe. Ihr Anteil lag bei 38,7 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es noch 42,2 gewesen. Dagegen stieg der Anteil der gewerblichen Zulassungen. Sorgen bereitet dem ZDK dabei auch der hohe Anteil an Eigenzulassungen von Herstellern und Handel. In den ersten vier Monaten des Jahres habe dieser auf der Rekordhöhe von fast 30 Prozent gelegen, erklärte der Verband. Diese Fahrzeuge drängten dann als "junge Gebrauchtwagen" zusätzlich auf den Markt und drückten die Preise für Neuwagen und Gebrauchten. Für den Handel sei das eine zusätzliche Herausforderung in einem sich verschärfenden Wettbewerb um die Kunden.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat wechselten im Mai 5,3 Prozent weniger Halter ihre Fahrzeuge. Unterm Strich haben aber immerhin 683.737 Autos einen neuen Besitzer bekommen. Der Rückgang beschränkte sich dabei nicht nur auf ein einzelnes Segment sondern war in allen Fahrzeugklassen deutlich spürbar. Zeitgleich kam es zu 589.518 Umschreibungen. (Foto: TÜV Süd)