Frankfurt. Geht es nach GM Vize-Präsident und Urgestein Bob Lutz, fahren in den USA künftig die meisten Pkw rein elektrisch. „Die Kunden wollen das, auch wenn der Hybrid wie ihn zum Beispiel Toyota anbietet, effizienter arbeitet“, sagt Lutz. Nach den heutigen Messzyklen der amerikanischen Umweltorganisation EPA würde ein Hybrid der Japaner vermutlich ein „besseres Ergebnis als unser Chevrolet Volt erzielen“, glaubt Lutz. Das läge daran, dass die Vorgaben am Ende der Messrunde eine voll geladene Batterie vorsehen. Da der Volt jedoch rein elektrisch fahre und der Akku entweder an der Steckdose regeneriert oder bei vollständiger Entladung von einem Generator gespeist wird, könne diese Anforderung laut Lutz nicht erfüllt werden. Beim Toyota Prius hingegen unterstützt das Elektro-Aggregat lediglich den Benzinmotor.
Dennoch will der Konzern seine E-Flex-Technologie schnellstmöglich zur Serienreife entwickeln. Hauptproblem sind die Batterien, die von Nickel-Cadmium auf Lithium-Ionen-Technologie umgestellt werden müssen. „Die Entwicklung, die unser Partner A123 derzeit verfolgt, ist sehr vielversprechend“, sagt Lutz. Dennoch hält der GM-Vize auch einen zweiten Zulieferer für möglich. „Auch LG Chem hat eine interessante Lösung“, weiß Lutz. Vom Diesel hält Lutz dagegen nicht viel: „Für die Leistungsfähigkeit von Nutzfahrzeugen ist dieser Antrieb sicher auch künftig der Beste, für Pkw wird die Technik aber viel zu teuer“.
Lutz verweist dabei auf die strenge BIN5 Tear 2-Norm, die „selbst von Bluetec-Modellen nicht erfüllt wird“. Dennoch wird GM auch Diesel-Autos in den USA anbieten. Bei den Pickup-Trucks habe man die Erfahrung gemacht, dass einigen Kunden den hohen Aufpreis für einen Diesel nicht scheuen. „Diese Leute kaufen gerade deshalb, weil die Autos teuer sind, denn was teuer ist, muss gut sein“, erklärt Lutz.