Der zweitgrößte amerikanische Autohersteller Ford steht kurz vor der Übernahme der früheren Daweoo-Fabrik im rumänischen Craiova. Als letzte Kaufbedingung hat Ford allerdings die rumänische Regierung aufgefordert, der Gesellschaft pauschal alle Schulden zu erlassen.
"Die rumänische Regierung sollte ein spezielles Gesetz ausarbeiten, das uns von verdeckten Verbindlichkeiten freistellt", sagte der Sprecher von Ford Europa, Tom Malcolm, der Fachzeitschrift Automotive News Europe (ANE). Malcolm bestätigte eine frühere Aussage, dass die Übernahme der Fabrik in Craiova noch nicht perfekt sei: "Es müssen noch viele Details, die sich auf verdeckte Verbindlichkeiten beziehen, geklärt werden", sagte Malcolm gegenüber ANE.
Ford ist der letzte verbleibende Bieter für die Fabrik in Craiova, die als Tochtergesellschaft des 2000 insolvent gegangenen Herstellers Daewoo noch durch Verbindlichkeiten von ehemaligen Gläubigern belastet ist. Die rumänische Privatisierungsbehörde hatte zwar erklärt, der Deal könne bis Anfang September durch sein, das Parlament nimmt in Rumänien aber erst am 3. September seine Geschäfte wieder auf.
Die Entscheidung über den geforderten Schuldenerlass per Gesetzesbeschluss könnte der Chef des Daewoo Privatisierungsausschusses, Sebastian Vladescu, treffen. "Außer ihm hat niemand in der Regierung eine Ahnung, wann ein solches Gesetz in Kraft treten könnte", sagte Dan Vardie, Chef des rumänischen Automedia Verlags im ANE-Gespräch.
Die strittigen Schulden belaufen sich auf geschätzte 300 Millionen US-Dollar und machen die Fabrik für Autohersteller unattraktiv. "Wir haben die rumänische Regierung um Klärung gebeten, aber keine verlässliche Antwort bekommen", zitiert ANE eine Quelle bei General Motors. (ANE/at)