Köln. Ford prüft ernsthaft die Marktchancen seines US-Sportwagens Mustang in Deutschland und Europa. "Die Einführung des 2005er Mustang in Europa ist seit Langem im Gespräch", sagte ein gut informierter Ford-Mitarbeiter der Automobilwoche.
Ford of Europe dementiert solche Überlegungen zwar: "Wir können das nicht bestätigen. Das sind reine Spekulationen", sagte ein Unternehmenssprecher. Aus dem Ford-Umfeld ist aber zu hören, dass Ford auf dem europäischen Markt gut einen solchen Imageträger gebrauchen könnte.
Der Mustang gilt als Urvater der sportlichen, erschwinglichen "Pony-Cars". "Im Grunde ist das Auto fix und fertig für Europa", so der Ford-Mitarbeiter. Es fehle nur noch die Homologierung, die etwa ein Jahr dauern würde. Eine Entscheidung für den offiziellen Import des Mustang sei aber noch nicht gefallen. Bisher wird der Klassiker nur von spezialisierten Importeuren angeboten, Kunden sind vor allem Fans von US-Autos.
Es gebe noch zwei Risiken, über die man sich nicht im Klaren sei, heißt es aus dem Ford-Umfeld weiter. "Es ist eine offene Frage, ob GM mit dem Chevrolet Camaro über den Teich kommen will." Der Camaro ist ebenfalls ein "Pony-Car" und würde das Marktpotenzial des Mustang verkleinern.
Sorgen bereitet auch der hohe Verbrauch des Mustang von zehn bis 13 Litern auf 100 Kilometer, der sich negativ auf die CO2-Bilanz von Ford of Europe auswirken könnte. Andererseits ist der Import aus den USA währungsbedingt günstig. Der als Sechs- und Achtzylinder produzierte Mustang wird dort ab 25.000 Dollar angeboten, das sind umgerechnet etwa 18.500 Euro.