Köln. Die Kölner Ford-Werke haben ihre Produktivität in den vergangenen vier Jahren nach einer Radikalkur bei Arbeitsstrukturen und Fertigung nahezu verdoppelt. Am augenfälligsten sind die Fortschritte bei der durchschnittlichen Montagedauer für einen Fiesta, erfuhr Automobilwoche. Heute läuft ein neuer Fiesta schon nach 13 Stunden vom Band, im Jahr 2003 wurden noch 24 Stunden dafür benötigt. Zudem beschäftigt der Autobauer heute rund 1000 Mitarbeiter weniger, sagte Werksleiter Karl-J. Anton dem Blatt.
In Köln fertigt Ford of Europe in drei Schichten den Fiesta und den Fusion, wobei das Kölner Werk für den Fiesta Hauptproduktionsstandort (Lead Plant) ist. Derzeit rollen dort täglich rund 1950 Fahrzeuge vom Band – bei einer installierten Kapazität von 1800. Möglich wurde die drastische Produktivitätssteigerung auch durch die Beteiligung engagierter Mitarbeiter. Dabei wurde nach Angaben von Werksleiter Anton das japanische Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung (Kaizen) als Leitgedanke übernommen. Damit werden Beschäftigte ermuntert, Ideen für selbst minimale Verbesserungen vorzuschlagen. So entstand zum Beispiel aus der Praxis heraus ein „Testsystem“ für den Regensensor der Scheibenwischer – eine simple Sprühvorrichtung.
Insgesamt betreibt Ford – ohne seine PAG-Marken Jaguar, Volvo und Land Rover – sieben Montagewerke in Europa. In diesen sieben Werken produzieren 25.000 Mitarbeiter rund 1,7 Millionen Fahrzeuge jährlich. Bislang gilt Nissan noch als produktivster Automobilhersteller in Europa.