Der Fiat 500 ist nach dem VW New Beetle und dem Mini von BMW der dritte Versuch, den Erfolg eines Fahrzeugs der 50er- und 60er-Jahre mit einem modernen Auto fortzusetzen. Das Retro-Modell von Fiat erinnert an den legendären Fiat Nuova 500, der von 1957 bis 1975 insgesamt 3,7 Millionen Mal gebaut wurde. Retro-Mobile sind jedoch unterschiedlich erfolgreich: Während der VW Beetle in Europa nur schwer verkäuflich ist, wurde der Mini von BMW ein Verkaufsrenner.
Fiat hofft nicht nur auf einen Erfolg bei den Stückzahlen. Der 500 soll der Marke einen Image-Schub verleihen: "Dieses neue Modell verkörpert die Zukunft der Marke Fiat und steht nicht am Ende eines Turnaround", sagt Manfred Kantner, der neue Vorstandsvorsitzende der Fiat Automobil AG, in Anlehnung an die jüngste Krise des italienischen Autobauers.
Der Bestelleingang für den Fiat 500 ist jedenfalls ermutigend: "Es liegen aus Deutschland 3000 Bestellungen vor, europaweit sind es 80.000", sagt ein Fiat-Sprecher. Das heißt, wer jetzt einen Fiat 500 bestellt, kann frühestens im ersten Quartal des kommenden Jahres mit der Auslieferung rechnen. Bereits jetzt denkt Fiat darüber nach, die im polnischen Werk Tychy installierte Kapazität von 120.000 Autos im Jahr durch eine Produktion in Italien zu ergänzen. Denn auch in Italien und Frankreich, wo der 500 bereits eingeführt wurde, übertrifft die Nachfrage alle Erwartungen.
Für Deutschland sind bis zu 15.000 Fiat 500 im Jahr vorgesehen. Zwei Drittel der Kunden, so hofft Fiat-Deutschland-Chef Kantner, sollen von Fremdmarken kommen.
Wie beim Mini bietet auch Fiat für sein Retro-Auto zahlreiche Sonderausstattungen an. "Es gibt 500.000 Kombinationsmöglichkeiten", sagt Marketing-Mann Dietz. Das stellt auch den Handel, der bisher zu einem großen Teil Lagerfahrzeuge verkauft hat, vor neue Herausforderungen. "Wir unterstützen den Handel im Marketing", verspricht Dietz.
Die Variantenvielfalt könnte in Zukunft sogar noch steigen. So ist neben den zwei Benzinmotoren und dem Diesel ein neuer Benzinmotoren-Typ mit zwei Zylindern, 500 Kubikzentimeter Hubraum, bis zu 100 PS und einem CO2-Ausstoß von unter 100 Gramm pro Kilometer geplant. Diese Variante sei "gegen Ende des Jahrzehnts" möglich, heißt es bei Fiat. Dann könnten auch weitere Karosserievarianten folgen, wie ein Cabrio und eine Kombi-Version.