Westliche Autohersteller setzen sich massiv gegen chinesische Kopien ihrer Produkte zur Wehr. Fiat, Daimler und BMW haben bereits Klagen bei europäischen und chinesischen Gerichten eingereicht, um die Patente auf ihre Fahrzeuge zuschützen. Unterdessen verstärkt Toyota seine Bemühungen zum besseren weltweiten Schutz seiner Design-Patente, berichtet die Fachzeitschrift Automotive News Europe (ANE). "Dabei wird die Botschaft an die chinesischen Behörden übermittelt, dass westliche Autohersteller darauf vorbereitet sind, sich zu verteidigen", sagte Colin Couchman, Senior Analyst bei Global Insight, der ANE.
Bereits zur IAA in Frankfurt hatten westliche Hersteller begonnen, sich gegen die Kopien zu wehren. So hatte Fiat Klagen eingereicht, um den Verkauf des Peri von Great Wall Motor zu verhindern, der dem Fiat Panda, Europas meistverkauftem Mini-Auto, täuschend ähnlich sieht. "Wir erwarten die ersten Gerichtsverhandlungen in China im Dezember und in Turin für Europa gegen Ende Januar 2008", sagte Monica Borgi, Rechtsbeistand von Fiat Group Automobiles, der ANE. Der italienische Importeur von Great Wall, Eurasia Motor, kündigte unterdessen an, den Peri bis zu einer entsprechenden Gerichtsentscheidung nicht einzuführen. Unterdessen hat China Automobile Deutschland mit dem Verkauf des Jonway UFO bereits begonnen. Der Wagen wird von Experten als "perfekter Klon der zweiten Generation des Toyota RAV4" eingestuft. Allerdings kostet der UFO nur 15.990 Euro, der RAV4 dagegen 26.600 Euro und ist der meistverkaufte SUV in Europa. Toyota kann nach eigener Auskunft den UFO-Verkauf nicht mit juristischen Mitteln stoppen, weil kein Patentschutz für die Modelle in Europa besteht, wie Quellen in der Autoindustrie der ANE bestätigten. Allerdings soll sich dies in den kommenden Monaten ändern. "Wir streben strengere Maßstäbe an, um unsere Patente und Designs für alle unsere Modelle auf allen Märkten weltweit zu schützen", betonte Toyota-Sprecher Paul Nolasco in der Automotive News Europe. Branchenkenner unterstrichen in der ANE, dass die chinesischen Hersteller mit den Klonen bis zu 200 Millionen Dollar bei der Entwicklung eines Wagens sparen könnten.
Der italienische Autohändler Martin Motors will den Noble, einen dem Smart ForTwo ähnelnden Kleinwagen, auf dem meisten europäischen Märkten mit Ausnahme Deutschlands verkaufen. In Deutschland hat Daimler rechtliche Schritte eingeleitet, um den Verkauf des Noble zu stoppen. Martin Motors ist der europäische Importeur des chinesischen Autobauers Shuanghuan, der den Noble herstellt. Der Noble soll in Europa unter dem Namen Bubble angeboten werden.