München. Die Reaktion des VW-Betriebsrats auf die Mitbestimmungsvereinbarung der Porsche Holding zeigt, wie nötig grundlegende Veränderungen bei Deutschlands größtem Autobauer sind. Offenbar weiß Bernd Osterloh, Vorsitzender der Arbeitnehmervertretung bei VW nicht, wie es außerhalb seines „Volkseigenen Betriebes“ VW in der freien Wirtschaft läuft. Völlig absurd ist Osterlohs Forderung, die VW-Arbeitnehmer müssten im Aufsichtsrat der Porsche Holding mit mehr als drei Sitzen vertreten sein, wenn Porsche 51 Prozent der VW-Aktien übernimmt.
Tatsächlich müsste der VW-Betriebsrat dort überhaupt nicht vertreten sein. Denn die Porsche Holding ist eine Aktiengesellschaft nach europäischem Recht (SE), das Mitbestimmung nur auf freiwilliger Basis vorsieht. Theoretisch müsste im Aufsichtsrat einer SE nicht ein einziger Betriebsrat sitzen. Warum auch: Ist der Betriebsrat von BMW bei den Quandts vertreten, die 47 Prozent der Aktien des bayerischen Autobauers besitzen? Hat ein Opel-Betriebsrat Sitz und Stimme im Board von General Motors? Sitzen Betriebsräte der Ford Werke Köln in Dearborn mit am Tisch? In Wolfsburg sollte sich langsam die Erkenntnis durchsetzen, dass VW bald ein ganz normales Unternehmens ist.