Frankfurt. In den Entwicklungsbüros von Volkswagen Pkw weht seit Monaten ein frischer Wind. Seit dem 1. Februar dieses Jahres amtiert Ulrich Hackenberg, zuvor bei Audi verantwortlich für Konzept- und Aufbauentwicklung, Elektronik und Elektrik, als Entwicklungsvorstand der Volumenmarke. Und einige bereits bei dem Premiumhersteller aus Ingolstadt bewährte Managementmethoden und Entwicklungsziele setzt Hackenberg jetzt auch in Wolfsburg schrittweise um. "Wir targetieren inzwischen etwa verstärkt eine fertigungsgerechte Entwicklung", sagte Hackenberg im Gespräch mit Automobilwoche auf der 62. Pkw-IAA in Frankfurt. "Das war früher nicht ausnahmslos der Fall". Bei der Arbeit an einzelnen Komponenten für zukünftige VW-Modelle setzt Hackenberg daher nun stringent auf innovative Ideen für das sogenannte montagegerechte Design.
So erhielten die Entwicklungsingenieure von Europas größtem Automobilhersteller bei der Konzeption neuer Bauteile jetzt nicht nur klare Zielvorgaben ("Targets") im Hinblick auf Kosten und Gewicht der Pkw-Komponenten, sondern vermehrt auch zu Aspekten der späteren Installation aller Fahrzeugmodule am Montageband in der Fabrik. "Wenn wir einen neuen Druckbehälter für die Wasserkühlung des Motors so konstruieren, dass die Mitarbeiter in der Fertigung später statt fünf Schrauben nur noch eine für die Arretierung benötigen, dann können wir auf höchstem Qualitätsniveau signifikant Kosten sparen", gibt Hackenberg ein Beispiel. In enger Abstimmung mit VW-Produktionsvorstand Jochem Heizmann, der ebenfalls vor knapp acht Monaten von Audi zu VW gewechselt war, will der Chefingenieur vergleichbare methodische Ansätze in der VW-Entwicklung daher "künftig weiter forcieren".