Hamburg. Toyota hat im ersten Halbjahr in Deutschland mehr Geld für Werbung ausgegeben als jeder andere Autohersteller. Nach den Zahlen des Hamburger Instituts Nielsen Media Research, die Automobilwoche exklusiv vorliegen, hat der japanische Importeur 96,7 Millionen Euro für die Schaltung von Anzeigen, TV- und Radio-Spots sowie Plakaten in deutschen Medien ausgegeben - 30 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Im ersten Halbjahr stellte Toyota auch den größten Werbeetat für ein einzelnes Modell bereit. So kostete allein die Einführungskampagne für den Kompaktwagen Auris, der am ersten Märzwochenende in den Handel kam, knapp 42 Millionen Euro.
Der Erfolg lässt bisher auf sich warten: Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts wurden bis Ende Juni 8354 Einheiten des Golf-Konkurrenten verkauft - weniger als von Toyota erhofft.
Nach Toyota hatte Volkswagen mit 88,5 Millionen Euro die zweithöchsten Werbekosten. Die Wolfsburger lieferten sich mit den Japanern zu Beginn des Jahres eine Plakatschlacht: VW pries das Jubiläum von 25 Millionen verkauften Golf an, Toyota machte in einer deutschlandweiten Plakatkampagne auf den Corolla-Nachfolger Auris aufmerksam. Das schlug sich auch in den Zahlen nieder: Während sich der Drittplatzierte Opel (Werbeausgaben 79 Millionen Euro) Plakate für 1,6 Millionen Euro leistete, zahlte VW 12,5, Toyota sogar 24,6 Millionen Euro.
Insgesamt hat die Autobranche im ersten Halbjahr eine Milliarde Euro ausgegeben, um ihre Produkte in den deutschen Medien zu platzieren - im Vorjahreshalbjahr waren es nur rund 935 Millionen Euro.