Hamburg. Der Automobilgrossist Dello hat in Norddeutschland eine neue Rabatt-Runde eröffnet, um den schleppenden Verkauf von Neuwagen anzukurbeln. Unter dem Motto "Wild-West-Preise" gewähren 22 Betriebe der Handelsgruppe in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern Nachlässe in Rekordhöhe auf verschiedene Modelle der GM-Marken Opel und Chevrolet. So ist der Kleinwagen Opel Corsa seit dem 6. Oktober und noch bis zum Ende der Aktion am 13. dieses Monats für 12.765 Euro zu haben. Der Rabatt beläuft sich dabei nach Dello-Angaben auf nicht weniger als 2275 Euro. Auch der vom Hersteller Chevrolet ohnehin betont billig eingepreiste Stadtwagen Matiz wird kräftig gefördert – mit einem Nachlass von 1416 Euro (neuer Hauspreis: 7939 Euro).
Neue Incentive-Runde in Norddeutschland
Das kompakte Geländemobil Chevrolet Captiva kostet im Rahmen der Wild-West-Tage lediglich 20.586 (Rabatt: 3669 Euro). Den mit 5259 Euro in absoluten Zahlen höchsten Nachlass lobt Dello für den Opel-Van Zafira aus, der jetzt mit Dieselmotor schon ab 22.990 Euro verfügbar ist. Einen Satz Winterräder legt Dello bei den Aktionsmodellen mit Kurzzulassung jeweils noch gratis dazu. Die GMAC-Bank lockt mit günstigen Leasingangeboten ohne jegliche Anzahlung. Überdies verspricht Dello in breit gestreuten Werbebroschüren "hohe Belohnung für alte Gäule" – also die Inzahlungnahme von Gebrauchtwagen zu für die Kunden vorteilhaften Preisen. Selbst eine Barauszahlung der Summe ist möglich.
Dello-Wettbewerber beurteilen die Aktion Wild-West-Preise mit einer Mischung aus Skepsis und Verärgerung. "Das Gros von Neuwageninteressenten weiß doch längst, dass niedrige Kaufpreise, zunächst für sie ja durchaus erfreulich, in einigen Jahren entsprechend enttäuschende Wiederverkaufspreise nach sich ziehen", sagt ein VW-Verkäufer aus dem Raum Kiel. "Ich glaube auch nicht, dass sich die kostspieligen Maßnahmen für Dello wirklich lohnen". Ein Hamburger Ford-Händler, der ebenfalls nicht genannt werden möchte, rügt den Dello-Vorstoß als "ziemlich teuren Marketing-Gag, der in unserem gemeinsamen Marktgebiet die Preise leider weiter verderben wird". Und ein niedersächsischer Mehrmarkenhändler lehnt "plumpe Rabatte, die Dello ja nicht zum ersten Mal einräumt", mit Blick auf das eigene Geschäftsmodell glattweg ab: "Auch wenn es schmerzt, einen potenziellen Kunden ohne Unterschrift wieder ziehen zu lassen – wir werden uns Neuwagenverträge nicht mit unserem sauer verdienten Geld erkaufen".