Trotz des Streiks in der vergangenen Woche ist es weder bei Zulieferern noch bei Herstellern zu größeren Produktionsausfällen gekommen – außer bei Audi: Da die Teileversorgung des Werks Brüssel unterbrochen wurde, mussten Früh- und Spätschicht am vergangenen Donnerstag (15.11.) abgesagt werden. Auch am Freitag fiel dort die Produktion aus. Die Folge: 210 A3 und 450 VW Polo wurden nicht gebaut.
Die Unternehmen haben bislang einen Teil des Komponenten-Transports von der Schiene auf die Straße verlagert. Viele Hersteller wie VW, Audi und BMW haben zusätzliche Stellflächen freigeräumt oder angemietet und können Neufahrzeuge auch im Falle eines weiteren Streiks zwischenlagern. Die Bahn hat den Herstellern ferner zugesichert, dass Automotive-Transporte höchste Priorität genießen.
Der Kölner Autobauer Ford ist nicht so stark vom Streik betroffen, weil er einen Großteil der Neuwagen über den Rhein transportiert. „Der Hafen ist 300 Meter vom Band entfernt“, so ein Sprecher. Die Materialversorgung wurde auf die Straße umgeleitet. Auch für einen kommenden Streik ist Ford gerüstet: An die Schiffe, die bis zu 650 Autos fassen, werden Beiboote angekoppelt, „in die zusätzlich bis zu 400 Fahrzeuge passen“.
Porsche hat im Gegensatz zu den Volumenherstellern wegen der geringeren Stückzahlen kein Problem mit der Lagerung von Neuwagen. Allerdings sind die Stuttgarter bei der Lieferung der Karossen vom VW-Werk Bratislava an den Porsche-Standort Leipzig aufgrund einer speziellen Be- und Entladetechnik auf die Bahn angewiesen. „Wenn der morgendliche Zug nicht kommt, steht die Produktion im Laufe des Tages still“, so ein Sprecher. Die Bahn-Tochter Schenker Automotive hat Porsche aber zugesichert, im Notfall Züge von Privatunternehmen einzusetzen.
Transport von Neuwagen: Obwohl die Lokführer der GDL streiken, konnte bislang ein Großteil der Fahrzeuge weiter verladen werden.