München. Grün und blau kamen Fachleute und Autointeressierte von der IAA zurück. Bluemotion hier, Greenline dort, Efficient Dynamics hüben, Econetic drüben. Toll, die automotiven Lösungen für unser Klimaproblem sind also da. Jetzt müssen sie nur noch gekauft werden, und schon kann der grüne Auto-Winter kommen. Die Natur hüllt sich jedoch erst einmal in Rot-, Gelb- und Braun-Schattierungen. So auch eine Eichenallee zwischen zwei oberbayerischen Dörfern, die kürzlich für ein Straßenfest genutzt wurde. Da wurden noch mehr Eichen gepflanzt, Pferde-Kutschenfahrten angeboten - und der Bund Naturschutz hatte einen Stand. Für oder gegen was, war nicht klar zu erkennen.
Dafür hatte der Bund Naturschutz sein Einsatzfahrzeug gleich neben dem Stand geparkt. Einen Mitsubishi Pajero, der schätzungsweise Anfang der 90er Jahre erstmals in Dienst gestellt wurde. Ausgerüstet mit einem besonders sparsamen Dreiliter-V6-Benziner, speziellem Geländefahrwerk, extra breiten Reifen und Seilwinde. Mag sein, dass die Naturfreunde ein solches Fahrzeug brauchen. Um die Brutreviere des seltenen grünen Trügschein-Schwälbchens zu inspizieren - oder so. Aber warum können die Damen und Herren Naturschützer nicht mit gutem Beispiel voran gehen und einen modernen Offroader mit effizientem Diesel fahren, statt in heimlichen Träumen am liebsten jeden SUV-Fahrer zu teeren und zu federn? Nun ja, neue, effiziente Autos kosten eben richtig Geld. Und wie offensichtlich auch der Bund Naturschutz weiß, kommt man eben nicht überall mit Fahrrad und Bahn hin.