Saarbrücken. Peugeot in der Kompaktklasse, das war zuletzt kein brüllender Löwe mehr, sondern eher ein schnurrendes Kätzchen. Der 308, der erste Peugeot mit einer "8" im Typenkürzel, tritt an, um verlorenes Terrain und Vertrauen zurückzugewinnen.
Das waren noch Zeiten, als der gallische Golf im deutschen Referenzmarkt zum "Auto des Jahres" gekürt wurde. Der Vorgänger des 308 hatte 2002 im Referenzmarkt Deutschland die begehrte Auszeichnung eingeheimst. Doch seit 2004 ging es mit dem Rivalen, der gerne dem Golf gefährlich geworden wäre, bergab. 2006 brachen die 307-Zulassungen um ein Drittel auf 22.574 ein.
Deshalb wurde das Projekt "T7" früher als geplant angeschoben. Der 308 kommt nun bereits sechs Jahre nach dem Start des 307 auf den Markt. Absatzziele für Deutschland, wo der Verkauf nach der IAA am 20. September beginnen soll, nennt Peugeot allerdings noch nicht. Europaweit wollen die Franzosen im ersten kompletten Verkaufsjahr 2008 rund 350.000 Einheiten produzieren. Vom Vorgänger waren 2006 noch 434.000 Stück hergestellt worden.
"Wir haben mit dem 308 das Beste geliefert, wozu wir fähig sind", sagt Peugeot-Markenchef Frédéric Saint-Geours fast flehentlich. Am 308 will Peugeot beweisen, dass sich die Traditionsmarke nach schwachen Resultaten bei Zuverlässigkeitstests aufgerappelt hat und wieder hohe Qualität produzieren kann. Unter anderem wurde deshalb die zunächst geplante Zahl der abzuspulenden Testkilometer auf zwei Millionen verdoppelt. "Der 308 soll bei der Qualität das Referenzprodukt für die Marke Peugeot werden", kündigt Saint-Geours an.
Nach Überzeugung seiner Schöpfer ist der neue Kompakt-Löwe in allen Disziplinen besser als sein Vorgänger. So kommen bei den Ottomotoren die jüngsten Entwicklungen aus der Kooperation zwischen der PSA-Gruppe und BMW zum Einsatz. Fest steht, dass der cw-Wert von 0,29 einer der besten seiner Klasse ist und dass der angegebene Kraftstoffverbrauch im Schnitt um zehn Prozent niedriger liegt als beim 307. In der Länge wuchs der 308 um 74 Millimeter, in der Breite gar um 85 Millimeter. Zusammen mit einer besonders steifen Karosserie und breiten Reifen soll er deshalb beim Fahrverhalten die Pole-Position in der Kompaktklasse erobern. Ob dem neuen Löwen das gelingt, müssen Fahrtests aber noch zeigen.