Köln. Seit Juni leitet Axel Wilke als neuer Marketing-Chef die Vertriebsaktivitäten von Ford in Deutschland. In seinem ersten Interview nennt Wilke vor allem die Stärkung der Marke und des Image als Hauptaufgaben.
Herr Wilke, Sie werben derzeit für den neuen Mondeo mit dem Hinweis auf einen gewonnenen Vergleichstest gegen die C-Klasse. Kratzen Sie wirklich am Absatz der Premiummarken?
Wir haben den Test übrigens deutlich gewonnen. So etwas hilft uns, in diesem Segment als Wettbewerber wahrgenommen zu werden. Die Zahlen sprechen für sich: Seit dem Start des Mondeo haben wir in Deutschland bereits 18.000 Autos verkauft. Und darunter befinden sich etliche frühere Mercedes- und BMW-Fahrer, kann ich Ihnen versichern.
Ist Ihr Verkaufsargument nicht vor allem der Preis?
Unser starkes Preis-Leistungs-Verhältnis ist unbestritten, und daran wird sich nichts ändern. Jetzt können wir auch durch tolles Design und bezahlbare Technologie punkten. Das stellen wir kommunikativ in den Vordergrund.
Was wollen Sie in den nächsten drei bis fünf Jahren erreichen?
Wir wollen klar in Richtung Wachstum und in Richtung Markenaufwertung. Und das Wachstum muss natürlich profitabel sein. Wir kommen bei den Produkten ja nicht aus der Asche. Die Wende bei Ford kam schon 1998 mit dem neuen Focus. S-Max und Galaxy haben dann mit dem Kinetic Design den Weg gebahnt für die starke Basis, die wir jetzt haben. Van des Jahres, Transporter des Jahres, das sind Auszeichnungen, auf die wir stolz sind.
Beim Image rangiert Ford aber noch weit hinter VW. Oder haben Sie Zahlen, die etwas anderes belegen?
Eine Image-Entwicklung braucht immer einige Zeit. Unserer Meinung nach gibt es aber die ersten Vorboten für einen positiven Wandel der Marke Ford. Image ist kaum messbar, man kann das eher an soften Faktoren ablesen. Zum Beispiel an einem Zitat aus dem "Stern": "Es war noch nie so geil, Ford zu fahren."
Wie wollen Sie die Markenwahrnehmung verbessern?
Wir haben den Begriff des "smart premium" entwickelt. Damit wollen wir bezahlbare Premium-Produkte anbieten mit kundenrelevanten Innovationen. Ein weiterer Punkt ist der Restwert. Bisher haben die meisten Hersteller ihre Autos in der zweiten Hälfte des Lebenszyklus vor allem über den Preis vermarktet. Wir machen das anders. Derzeit läuft eine Kampagne, in der wir den Focus und den Fiesta unter Hinweis auf das immer noch sehr frische Design bewerben. Beide sind keine wirklich neuen Autos, aber ihr Design ist immer noch modern. Das ist natürlich gut für den Restwert.
Kollidiert der Premium-Anspruch nicht mit dem Blaumann-Image von Ford?
Wir wollen natürlich unsere Stammkunden halten. Und deshalb träumen wir auch nicht davon, unsere Preise signifikant zu erhöhen. Wachstum werden aber vor allem neue Kunden bringen, und das ist wiederum sehr modellabhängig. Wir haben für jedes Modell andere Kernzielgruppen. Bei Ford wird kein Auto gebaut und dann geschaut, an wen verkaufen wir das denn?
Worauf setzen Sie in Ihrer Werbestrategie?
International spielt für uns das Engagement in der Champions League eine große Rolle. Ein großer Teil unserer Zielgruppe ist Fußball-affin. Deshalb wollen wir dort eine gewisse Kontinuität bewahren. Dann haben wir noch den Rallyesport. Das ist nach wie vor eine wichtige Plattform für uns - auch wenn der Rallyesport in Deutschland noch nicht das mediale Echo findet, das er verdient hätte.