Berlin. Die Vertriebsorganisation Deutschland von DaimlerChrysler (DCVD) weitet die Verkaufsförderung wichtiger Pkw-Modelle der Premiummarke Mercedes-Benz massiv aus, um das Geschäft mit Privatkunden anzukurbeln. Angesichts des immer höheren Wettbewerbsdrucks auf dem deutschen Automarkt werden im laufenden Quartal zudem die Incentives im Flottengeschäft forciert.
Mercedes kauft mehr Marktanteil
Ausweislich einer als „Streng vertraulich!“ gekennzeichneten Übersicht, die Automobilwoche vorliegt, bezuschusst die Berliner DCVD-Zentrale zum Beispiel den Verkauf eines Fahrzeugs der E-Klasse nun mit 2500 Euro, die der Verkäufer an den Kunden weiterreichen kann. Bei Eroberungsgeschäften winken weitere 1000 Euro. Für die hochpreisigen Roadster der SL-Klasse lobt die DCVD gar eine Verkaufshilfe von 4000 Euro aus. In vertraulichen Schreiben an die Vertriebspartner avisiert die jüngst neu formierte Abteilung „Marketingprogramme und Wettbewerbsbeobachtung MB Pkw“ zudem eine „Verdopplung der Gebrauchtwagen-Unterstützung“, um den Verkauf der A-Klasse in Schwung zu bringen.
Das wenig lukrative, aber mengenträchtige Geschäft mit Großabnehmern will die DCVD-Führung ebenfalls ausbauen. So wird die „Verkaufsförderung für ausgewählte Handelsvertreter und Franchiseunternehmen“ erweitert. Zur Unterstützung im „Jahresendspurt“ sind „Flottenmodelle“ der C- und E-Klasse jetzt mit Preisvorteilen von 3855 und 4195 Euro zu haben.
„Die kostspieligen Maßnahmen sind auch Reaktionen auf unseren Wettbewerber VW, der gerade bei Großkunden stark zugelegt hat“, räumt ein DCVD-Insider ein. „Der Druck auf Christoph Köpke wird weiter steigen.“ Gerüchte um die Ablösung des DCVD-Chefs halten sich hartnäckig. DaimlerChrysler wollte dies nicht kommentieren.