Wolfsburg. VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard hat neue Sparmaßnahmen bei wichtigen Modellen durchgesetzt, um angesichts des steigenden Wettbewerbsdrucks die Fahrzeugkosten weiter zu senken. Mit Produktionswoche 45, die am heutigen Montag beginnt, fließt eine Reihe technischer Entfeinerungen in die Serie ein, die „für sich genommen geringfügig wirken“, so ein Fertigungsplaner, „über Stückzahleffekte aber erhebliches Sparpotenzial bieten“.
VW senkt Herstellkosten
So entfällt bei den Typen Golf, Golf Plus, Eos und Passat künftig die bisher verbaute Tastenbeleuchtung bei Deaktivierung des ESP-Systems. Die in der Montage aufwendigen und in der Herstellung vergleichsweise teuren „Befestigungselemente mit Drehverriegelung“ zur Arretierung der Fußmatten werden in vielen Volkswagen nun durch schlichte „Clipstechnik“ ersetzt. Im Fond der Golf-Modelle verzichtet VW bei häufig bestellten Ausstattungslinien fortan auf die beiden Leseleuchten. Im „Comfortline“-Polo fällt das bislang abschließbare Handschuhfach dem Rotstift zum Opfer. Bei einem Führungskräftetreffen hat die VW-Spitze am Montag vergangener Woche eine weitere Optimierung der Fabrikkosten avisiert.
Der Kompaktwagen Polo stellt den VW-Handel derzeit wegen langer Lieferzeiten vor Probleme. Aufgrund der „sehr guten Auftragslage“, heißt es in einem internen Schreiben an die Vertriebspartner, ist die Baureihe „im Kalenderjahr 2006“ ausverkauft. „Wir können erst im Februar 2007 wieder liefern“, stellt ein norddeutscher VW-Händler fest. Dies sei umso ärgerlicher, als „viele Opel-Interessenten, denen der neue Corsa nicht gefällt, bei uns auf die Schnelle keinen Ersatz finden“. Ob der großen Nachfrage hat VW bei Polo-Finanzierungen den effektiven Jahreszins jüngst von 0,9 auf 1,9 Prozent erhöht.