Wolfsburg. Das Topmanagement von VW stellt sich ostentativ hinter Vorstandschef Bernd Pischetsrieder. Damit stärken die Führungskräfte Pischetsrieder gegen VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, der die Verlängerung des Vertrags mit dem Konzernchef als "offene Frage" bezeichnet hatte. "Piëchs Attacke kam zur Unzeit und stört mich, ebenso wie viele Kollegen, ganz gewaltig", urteilte eine VW-Führungskraft im Gespräch mit Automobilwoche. "Umso erfreulicher ist es, dass es Pischetsrieder gelingt, mit großer Gelassenheit intern die Reihen zu schließen."
"Überzeugend", berichtet ein anderer VW-Oberer, sei Pischetsrieders Auftritt im Führungskräfte-Meeting am Dienstag vergangener Woche geraten. Im Anschluss an die Bilanzpressekonferenz, in der Pischetsrieder überraschend gute Zahlen präsentierte, hatte Arbeitsdirektor Horst Neumann VW-Topmanager in die Audit-Halle des F+E-Bereichs im Werk Wolfsburg geladen. "Pischetsrieder hat demonstrativ lauten Applaus erhalten", berichtet ein Teilnehmer. Auch der Vortrag von Ulrich Neß, Vorsitzender des Vorstands der Volkswagen Management Association, habe "Pischetsrieders Position gegenüber Piëch gestärkt". Neß, Mitglied des Aufsichtsrats, hatte an die VW-Spitze appelliert, den Konzern "gemeinsam nach vorne" zu bringen.
Mit seiner Erklärung, "nicht für oder gegen eine Person" zu sein, sondern um Beschäftigungssicherung zu kämpfen, signalisiert auch Betriebsratschef Bernd Osterloh, Mitglied des VW-Aufsichtsratspräsidiums, die Bereitschaft zu einem Arrangement mit Pischetsrieder. "Die VW-Werke befinden sich nun mal auf dem Prüfstand, und Ende März stehen eben Betriebsratswahlen an", erklärt sich ein leitender Angestellter "die Nervosität im Haus".