Dubai. Nach dem Einstieg der Porsche AG als größter Anteilseigner bei Volkswagen lässt Konzernchef Wendelin Wiedeking die Suche nach Synergien zwischen beiden Unternehmen forcieren: "Unsere Zusammenarbeit bei den Geländewagen Cayenne und Touareg ist vorbildlich", sagte Wiedeking am Rande einer Porsche-Präsentation in den Vereinigten Arabischen Emiraten im Gespräch mit Automobilwoche. "Nun ist zu prüfen, was wir darüber hinaus wann und wie gemeinsam gestalten können."
Neben der Kooperation mit VW bei Hybridantrieben hofft Wiedeking vor allem im Sektor Fahrzeugelektronik auf massive Spareffekte: "Der Anteil elektronischer Komponenten an den Gesamtkosten eines Autos wird von heute rund 26 Prozent in naher Zukunft auf bis zu 35 Prozent steigen", schätzt der Porsche-Lenker. "Alle Lastenteilungen in der Entwicklung und höhere Stückzahlen aufgrund gemeinsam verwendbarer Module bringen uns immens viel Geld."
Im Hinblick auf Rohbau und Lackierung der für 2009 geplanten Baureihe Panamera ist laut Wiedeking "noch keine Vorentscheidung über den Systemlieferanten" gefallen. Porsche-Insider aber berichten, dass sich der "Vorstandsausschuss Produkte" (VAP) bis spätestens Mai festlegen will. Für die Zuarbeit bei dem viertürigen Sport-Coupé haben demnach die VW-Werke Mosel und Bratislava inzwischen die besten Chancen. Auch der österreichische Lohnfertiger Magna Steyr ist noch im Rennen.
Seine neue Rolle als Mitglied des VW-Aufsichtsrats will Wiedeking aktiv auslegen: "Ich werde dort nicht nur meine Zeit absitzen." So wolle er mithelfen, das Problem der Überkapazitäten im VW-Fabrikverbund "mit neuen Ideen" zu lösen: "Man kann sich gesundschrumpfen – oder den Angriff wagen." Er sei "optimistisch, Marktchancen zu finden". Ein Treffen mit VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard ist allerdings "noch nicht terminiert".