Wolfsburg. Bei der zweitägigen Zusammenkunft des Volkswagen-Aufsichtsrats in der kommenden Woche soll noch nicht über die Zukunft von Konzernchef Bernd Pischetsrieder entschieden werden. Am 19. und 20. April erörtern die VW-Aufseher im Rahmen einer Strategiesitzung vor allem die Eckpunkte der Restrukturierung bei Europas größtem Autohersteller.
"Die Arbeitnehmervertreter haben die Verlängerung des Treffens auf zwei Tage initiiert", sagte Jürgen Peters, stellvertretender Vorsitzender des Gremiums, im Gespräch mit Automobilwoche. "Wir müssen uns jetzt dringend die Zeit nehmen", so der Chef der Gewerkschaft IG Metall, "intensiv über Produktionsabläufe, bedeutsame Auslandsmärkte wie China und die USA sowie über die künftige Modellpalette zu beratschlagen."
VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh erwartet die "Monate der Wahrheit" für den Zeitraum Mai bis Juli: "Der VW-Vorstand stellt etwa die Fertigung von Kunststoffteilen, Abgasanlagen und Bereiche der Gießerei zur Disposition", so Osterloh. "Ich bin nicht sicher, dass die Renditeberechnungen des Managements und seine Zukunftserwartungen dazu realistisch sind."
Nach dem "tollen Abschneiden" der IG Metall bei den VW-Betriebsratswahlen (88,85 Prozent) geht Osterloh "mit gestärktem Rücken" in die Auseinandersetzung über den VW-Sanierungsplan: "Das wird interessant." VW-Personalvorstand Horst Neumann bezeichnete das Wahlergebnis als "gute Basis für die weitere Zusammenarbeit mit Herrn Osterloh und seiner Truppe, um in Hinblick auf das Restrukturierungsprogramm zügig weiterzuverhandeln".
Die Vertragsverlängerung Pischetsrieders bleibt offen. "Damit", so ein Aufsichtsratsmitglied, "befasst man sich wohl frühestens am 2. Mai, einen Tag vor der VW-Hauptversammlung."