München. Der Kampf um die Aufmerksamkeit potenzieller Autokäufer ist im vollen Gang. Auf der IAA buhlen die Autohersteller mit gezielten Marketingaktionen um die Gunst der Besucher. Und dies nicht erst auf dem Messegelände: Ganz Frankfurt steht ab heute, dem 12. September, im Zeichen der Automobilausstellung. Ob BMW, Audi, DaimlerChrysler oder VW: Auf Plakaten preisen die Unternehmen ihre neuesten Modelle an.
Ford setzt auf Mega-Poster und fängt die Anreisenden schon bei der Ankunft ab: Der Kölner Hersteller schickt Promotionteams an den Frankfurter Bahnhof, an den Flughafen und auf das Rebstockgelände vor der Messe. Dort werden Gutscheine für eine Tasse Kaffee verteilt -- einzulösen auf dem Ford-Stand, der sich im Vergleich zur IAA 2003 um 300 auf 3.650 Quadratmeter vergrössert hat. Im Zuge dieses Wachstums hat sich auch das Marketingbudget für die IAA erhöht. Über die Summe schweigt das Unternehmen allerdings.
Der Messe-Standleiter von Ford, Wilfried Völsgen, versucht mit verschiedenen Massnahmen, sich von der Konkurrenz abzusetzen -- zum Beispiel mit auffallend leuchtenden Farben: In "Applegreen" und "Tangometallic" (Bordeauxrot) sind nicht nur die Modelle Fiesta und Fusion getaucht, sondern auch die T-Shirts und Turnschuhe der 60 Hostessen. Zudem wurde eigens ein englischer Discjockey engagiert, um dreimal stündlich "We will rock you" von Queen aufzulegen und so das gleichnamige Sondermodell des Fiesta anzupreisen.
Schwere Geschütze fährt Audi auf: Die Ingolstädter präsentieren ihr neues SUV Q7 auf einem über 100 Tonnen schweren und 19 x 19 Meter grossen Plateau aus einem Architekturstein namens "Flowstone". Darüber hinaus gibt es am Stand ein Q7-Gewinnspiel. Am ersten Pressetag, dem 12. September, schalten die Ingolstädter zudem passend zur Weltpremiere Q7-Anzeigen in überregionalen und regionalen Tageszeitungen.
Sport ist ebenfalls ein wichtiges Marketinginstrument auf der IAA. Ford etwa lädt als Sponsor der Champions League zum Torwandschiessen ein: "Wir versuchen so, die Verweildauer am Stand zu erhöhen", erklärt Standleiter Völsgen, der den Besuchern zudem anbietet, beim "Speedkick" die Geschwindigkeit ihres Ballschusses messen zu lassen.
BMW veranstaltet am 19. September einen Motorsport-Tag mit dem Formel-1-Fahrer Nick Heidfeld und dem Motorsportdirektor Mario Theissen. Sie werden gemeinsam mit einem Moderator auf der BMW-Bühne stehen und Fragen der Besucher beantworten.
Einen Motorsport-Tag hat auch Toyota im Programm: Ralf Schumacher schaut auf der IAA vorbei, allerdings schon drei Tage vor Heidfeld. Auch die Band "Die Fantastischen Vier" haben ihr Kommen angesagt. Sie werden jedoch nicht rappen, sondern Autogramme geben und von ihren Werbeaufnahmen mit dem Toyota Aygo erzählen.
"Ganz im Zeichen des Clio" steht laut Marketingleiter Jörg Ellhof die IAA bei Renault. In Frankfurt präsentierten die Franzosen, die für die Messe ein Marketingbudget "im unteren sechsstelligen Bereich" zu Verfügung haben, zum ersten Mal ihren Claim für den neuen Kleinwagen: "Woher nimmt er diese Kraft? Der neue Renault Clio".