Wolfsburg. VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder hat vor dem Hintergrund des Sparprogramms "ForMotion" bei einem Führungskräftetreffen mehr Budgetdisziplin und Managementstärke gefordert. "So haben wir ihn noch nie gehört", berichtet ein Teilnehmer. "Eine unmissverständliche Kernbotschaft war", so Gesamtbetriebsratschef Klaus Volkert, "dass Eigenleistung künftig vor Fremdleistung geht" – schlechte Zeiten für die Zulieferer. Volkert unterstützt den Kurs von Pischetsrieder und will nun sogar Produktionsverlagerungen ins Ausland mit tragen, um die Währungsrisiken des Konzerns zu mildern. Sofern ein "sozialverträglicher Ausgleich" erfolge, werde sich die Arbeitnehmerseite "nicht versperren", sagte Volkert gegenüber Automobilwoche.
Der VW-Konzern will mit dem aus 100 Projekten bestehenden Sparpaket bis Ende 2005 insgesamt vier Milliarden Euro einsparen. "Das Kostensenkungsprogramm ist ohne Alternative", so der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff gegenüber dieser Zeitung. "Die Konzernspitze schafft so die Voraussetzungen dafür, dass es mit VW demnächst wieder aufwärts geht", hofft Wulff, der den größten VW-Aktionär im Präsidium des Aufsichtsrats vertritt. Der CDU-Politiker stärkt Pischetsrieder den Rücken: "Er ist der Beste, den man sich für den Job vorstellen kann."
Vielen VW-Topmanagern sind die Details von "ForMotion" noch unbekannt. So wird VW-Personalvorstand Peter Hartz, als so genannter Promotor zuständig für die Programmteile "Leistungssteigerung des Vertriebs" und "Auslandstöchter", seine Funktionsteams erst am Donnerstag mit genauen Vorgaben konfrontieren.
Ein Sparpotenzial von bis zu 800 Millionen Euro sieht Pischetsrieder bei den "Produktkosten". Viele Zulieferer des VW-Konzerns erwarten deshalb Forderungen nach weiteren Preisabschlägen. "Das ist nicht mehr akzeptabel", kündigt ein großer Elektronik-Lieferant vorsorglich Widerstand an.