Der VW-Topmanager Peter Hartz hat die Eckpfeiler eines umfassenden Reformplans für den deutschen Arbeitsmarkt präsentiert. In einem Gespräch mit Redakteuren des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", das am kommenden Montag veröffentlicht wird, stellte Hartz in Aussicht, dass die Zahl der Arbeitslosen hier zu Lande binnen drei Jahren von derzeit rund vier Millionen auf zwei Millionen gesenkt werden könnte, sofern die Vorschläge von der Bundesregierung umgesetzt würden.
Kernpunkte des Hartz-Papiers, ausgearbeitet von einer 15-köpfigen Expertenkommission, sind der Umbau der Arbeitsämter zu so genannten Beschäftigungagenturen mit modernen Managementmethoden und die Weiterentwicklung des "Bündnis für Arbeit" zu einer "Projektkoalition". So schlägt Hartz, als Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG zuständig für den Geschäftsbereich Personal, vor, künftig jedem Arbeitsamt eine "Personal-Service-Agentur" anzugliedern, "die wie eine private Zeitarbeitsfirma arbeitet oder möglicherweise sogar eine ist" (Hartz). Zudem sollen Arbeitslose künftig "legal bis zu einer bestimmten Grenze dazuverdienen" können, wobei "nur ein Teil gegengerechnet wird". An den Fiskus abzuführen, so der VW-Arbeitsdirektor, wäre dann lediglich "eine Pauschalsteuer von zum Beispiel zehn Prozent".
Ob Bundeskanzler Gerhard Schröder, mit Peter Hartz seit Jahren freundschaftlich verbunden, dessen Reformpläne übernimmt, ist laut "Der Spiegel" noch nicht abzusehen: Der SPD-Spitzenpolitiker wolle zunächst abwarten, "welches Echo die Ideen in der Öffentlichkeit finden".