Wolfsburg. In der Automobilindustrie stoßen die Steuerpläne der neu gewählten rot-grünen Bundesregierung zunehmend auf Ablehnung. Insbesondere die 50-prozentige Erhöhung der Pauschale für die private Nutzung von Dienstwagen, wie sie die Schröder-Administration derzeit diskutiert, sorgt für erhebliche Unruhe. "Eine Erhöhung der Besteuerung von Firmenfahrzeugen wird die insgesamt lahmende Investitionstätigkeit weiter negativ beeinflussen", sagte Robert Büchelhofer, im Konzernvorstand der Volkswagen AG zuständig für den Geschäftsbereich Vertrieb und Marketing, jetzt auf Anfrage von Automobilwoche.
Eine Untersuchung von Professor Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research (CAR) in Gelsenkirchen, für Automobilwoche belegt Büchelhofers Besorgnis. So könnte allein beim Mittelklassemodell VW Passat, das in Deutschland zu rund zwei Dritteln an Flottenkunden verkauft wird, eine erhöhte Dienstwagensteuer im kommenden Jahr zu einem Nachfrageausfall von 20.000 Einheiten führen.
Mit Spannung erwartet werden die Neumonats-Zahlen, die Volkswagen übermorgen, am Mittwoch, bekannt geben wird. Neben einem Rückgang des Vorsteuergewinns im dritten Quartal um bis zu 30 Prozent rechnen Analysten vor dem Hintergrund der umstrittenen Berliner Steuerpläne mit einer aktualisierten Einschätzung des VW-Managements zu den Absatzchancen der nächsten Monate.