Kelsterbach. Die Celanese AG, hervorgegangen aus dem Hoechst-Konzern mit Stammsitz in Frankfurt am Main, wird eine Großanlage zur Produktion von Polyacetal in China errichten. Gemeinsam mit industriellen Partnern aus Japan und Südkorea sollen Experten von Ticona, der auf technische Kunststoffe spezialisierten Celanese-Einheit, im Frühjahr nächsten Jahres mit dem Bau beginnen. Ab dem zweiten Quartal 2005 sollen in dem neuen Komplex in Nantong bei Shanghai dann jährlich rund 60.000 Tonnen Polyacetal hergestellt werden können.
Vor allem im Automobilbau ist das so genannte Polyoxymethylen (POM), ein Acetal-Copolymer, inzwischen unverzichtbar, da der Kunststoff als hochfest und beständig gegen Kraftstoffe und Lösemittel gilt. Zudem ist Polyacetal vergleichsweise billig zu produzieren und findet vor allem im Bau von preisgünstigen Klein- und Kompaktwagen vielfältige Verwendung: Kleiderhaken, Sonnenblenden oder Türtafeln sind typische Produkte.
Für China, dem Branchenexperten eine kräftige Ausweitung der Pkw-Fabrikation vorhersagen, rechnet das Celanese-Management mit jährlichen Wachstumsraten von zehn Prozent im Markt für Polyacetal. Das gesamte Investitionsvolumen der chinesischen POM-Anlage beläuft sich nach Angaben des Ticona-Managements auf rund 140 Millionen Euro.