Hamburg. Die Daimler-Chrysler AG muss den Verkauf der "alten" E-Klasse (Baureihe 210) stützen. Wie Automobilwoche aus Unternehmenskreisen erfuhr, hat die in Berlin ansässige deutsche Vertriebsorganisation einen speziellen "Marketing-Topf" geschaffen, aus dem die Verkäufer in den Salons der Marke Mercedes-Benz finanzielle Sondermittel entnehmen können. Diese internen Zuschüsse sollen dabei helfen, Restbestände des Mittelklassewagens, der nach knapp sieben Jahren Bauzeit im März von einem völlig neu entwickelten Modell abgelöst wird, zu verkaufen.
Die Sondermittel werden bei der Taxierung von gebrauchten Automobilen wirksam: Allen Interessenten für eine Limousine der Baureihe W 210, die einen vergleichbaren Gebrauchtwagen einer anderen Marke in Zahlung geben wollen, etwa einen Audi A 6 oder einen BMW der 5-er-Reihe, können Mercedes-Verkäufer somit bis zu 2.000 Euro mehr für ihr altes Fahrzeug bieten, als dies nach einschlägigen Bewertungslisten eigentlich wert ist. Für den Verkauf eines T-Modells – die Kombiversion der E-Klasse wird erst im Frühjahr 2003 abgelöst – dürfen die Mercedes-Mitarbeiter mit einem Zuschuss von bis zu 1.500 Euro aus dem Marketing-Topf kalkulieren.
Der Absatz der Baureihe 210 war in den vergangenen Monaten stärker als erwartet zurückgegangen, nachdem Fotos des Nachfolgers (W 211) allzu früh an die Öffentlichkeit gelangt waren.