Hamburg. Die Volkswagen AG trifft Vorbereitungen im Hinblick auf Streikaktionen der IG Metall. Wie Gerhard Kakalick, Betriebsratschef im VW-Werk Kassel/ Baunatal, im Gespräch mit Automobilwoche bestätigte, stellt sich der VW-Konzern auf mögliche Lieferengpässe und Produktionskürzungen ein. Zwar gilt bei Volkswagen noch bis Ende Juli ein Haustarifvertrag, der eine Friedenspflicht der Mitarbeiter vorsieht – Verhandlungen über Lohn- und Gehaltserhöhungen stehen bei VW erst nach den Werksferien im Sommer an. Wichtige Zulieferer des VW-Konzerns allerdings, etwa aus dem Bundesland Baden-Württemberg, könnten schon von der kommenden Woche an bestreikt oder durch Aussperrungen seitens der Arbeitgeber betroffen sein. "Darauf müssen wir möglichst flexibel reagieren können", so Kakalick, etwa durch das Abschmelzen von Überstunden auf Zeitkonten oder eine vorübergehende Reduzierung der Fertigung.
Einzelheiten des Streikkonzepts wollen Vertreter der IG-Metall-Region Nordhessen am kommenden Montag im Rahmen einer für 12.30 Uhr anberaumten Konferenz in Kassel erörtern. Im dortigen Werk lässt Volkswagen unter anderem Getriebe und Abgasanlagen fertigen; auch die zentrale Ersatzteilversorgung der Volkswagen AG ist in Kassel ansässig.