Hamburg. Eine aktuelle Untersuchung des Brancheninstituts AutoFuture lässt für das deutsche Pkw-Geschäft in 2003 wenig Gutes erwarten: "Nach drei Jahren Rezession muss die Automobilwirtschaft mit einem vierten schlechten Jahr rechnen", sagt Ferdinand Dudenhöffer, einer der Geschäftsführer des Leverkusener Prognose-Unternehmens.
Neue Modelle wie der Audi A3, die 5er-Reihe von BMW oder das T-Modell der E-Klasse von Mercedes-Benz, die 2003 erscheinen sollen, werden es nach Ansicht Dudenhöffers "nicht schaffen, die insgesamt schlechte Konjunktur zu kompensieren". Für den Fall, dass die Bundesregierung eine 50-prozentige Erhöhung der Dienstwagensteuer beschließt, sagen die Forscher von AutoFuture ein Absinken der Pkw-Verkäufe unter die "ohnehin sehr enttäuschende Marke dieses Jahres" (Dudenhöffer) voraus. "Eine Erhöhung der Besteuerung von Firmenfahrzeugen wird die insgesamt lahmende Investitionstätigkeit weiter negativ beeinflussen", warnte auch VW-Vertriebsvorstand Robert Büchelhofer.
Nach der jüngsten Marktanalyse geht AutoFuture nunmehr fest davon aus, dass sich der Automarkt in Deutschland 2003 nicht erholen kann - "trotz angestauten Ersatzbedarfs". Entlastung sei erst für das Jahr 2004 zu erwarten.
Laut Dudenhöffer wird der schwache Pkw-Markt in Deutschland "in besonderer Weise" Volkswagen zu schaffen machen. Neben den angejahrten Volumenmodellen Golf (dessen Marktanteil auf 6,9 Prozent sank) und Passat (3,5 Prozent) könnte sich auch der erst vor einem Jahr präsentierte Kleinwagen Polo zu einem "Sorgenfall" entwickeln. So habe der Vorgänger des aktuellen Polo in seinem ersten Verkaufsjahr noch einen Anteil von 18,5 Prozent innerhalb seines Segments repräsentiert. Für den Zeitraum Januar bis September dieses Jahres liege der Wert aber bei nur noch 17 Prozent. Angesichts einer Fülle neuer Wettbewerber sei 2003 ein Segmentanteil von lediglich 16 Prozent wahrscheinlich.