Genf. Das für Vertrieb zuständige Vorstandsmitglied der Volkswagen AG, Robert Büchelhofer, rechnet mit einem "insgesamt schwierigen Geschäftsjahr 2002 für die Fahrzeugindustrie". In einem Interview mit Automobilwoche am Rande des Genfer Salons sagte Büchelhofer, dass er derzeit für Volkswagen auf keinem wichtigen Pkw-Markt klare Signale für eine rasche Erholung des Automobilgeschäfts ausmachen könne: "In Westeuropa machen uns momentan lediglich die Verkaufszahlen in Großbritannien ein wenig Freude".
Die aktuellen Debatten um eine Neufassung der Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) betrachtet Büchelhofer mit Skepsis: "Die Lufthoheit über den Stammtischen haben hier die EU-Bürokraten inne", so das Volkswagen-Vorstandsmitglied, "wir Hersteller müssen da dringend nachziehen".
Dem Verkauf von VW-Fahrzeugen der Marken VW, Skoda, Bentley und Bugatti unter einem Dach erteilte Büchelhofer eine Absage: "Das ist nicht erwünscht - aber auch kein Dogma". In Einzelfällen könne ein der Volkswagen AG verbundenes Autohaus aufgrund kaufmännischer Erwägungen durchaus einen Mehrmarkenvertrieb aufziehen.
Im Hinblick auf "teilweise dramatisch veränderte Kundenwünsche" (Büchelhofer) arbeitet das Vertriebsressort bei VW an einer Ausweitung spezieller Finanzierungs- und Dienstleistungsangebote. So ist nach Angaben Büchelhofers durchaus denkbar, dass auch für den zum Jahresende erscheinenden VW-Geländewagen Touareg innovative Kundenbetreuungskonzepte verfügbar sein werden, wie sie Volkswagen im Zusammenhang mit der Präsentation der Luxuslimousine Phaeton jüngst vorgestellt hat.