Brüssel. Der belgische Recticel-Konzern, als Produzent von Bauteilen aus Polyurethan ein wichtiger Zulieferer auch der deutschen Automobilhersteller, hat die Zahlen für das erste Halbjahr 2002 vorgelegt. Danach ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf rund 570 Milionen Euro zurückgegangen, der operative Gewinn fiel um 6, 1 Prozent auf 16,6 Millionen Euro. Im Gesamtjahr 2001 hatte Recticel rund 1,1 Milliarden Euro umgesetzt und weltweit 11.500 Mitarbeiter beschäftigt, davon 2.850 in Deutschland.
Während der Absatz von Polstermaterialien für Sitzmöbel oder Wärmedämmungen für Gebäude bei Recticel derzeit nicht auf Hochtouren läuft, hat der Geschäftsbereich Automotive neuen Schwung zu vermelden: Im ersten Halbjahr nahmen die Verkäufe um sechs Prozent zu. Hier allerdings drücken noch hohe Anschubinvestitionen auf das Ergebnis, so für den Produktionsanlauf von Innenausstattungen der neuen E-Klasse von Mercedes-Benz. Mit einem Gesamtvolumen von rund 250 Millionen Euro über die gesamte Laufzeit der schwäbischen Mittelklasselimousine stellt dieser Zulieferauftrag im Recticel-Sektor Automotive den größten Geschäftsabschluss aller Zeiten dar.
In seinem knappen Ausblick für das laufende Jahr rechnet das Management von Recticel insgesamt mit einer "leichten Erholung" der Konjunktur.