Hamburg. Volkswagen wird während der Osterferien die Fahrzeugfertigung um rund 15.000 Einheiten reduzieren, um einen unerwünschten Lageraufbau zu vermeiden. Betroffen sind die VW-Werke Wolfsburg, Mosel, Emden, Brüssel und Bratislava. Als Grund nennt das Unternehmen die "gedämpfte Konjunkturentwicklung".
Damit hat das Management des Wolfsburger VW-Konzerns erstmals erkennen lassen, dass es für das laufende Geschäftsjahr mit erheblichen Schwierigkeiten beim Automobilabsatz rechnet. Das Fehlen eines solchen Ausblicks hatten Analysten am Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2001 gerügt, dessen Eckdaten Volkswagen vorgestern Nachmittag veröffentlicht hatte.
Im Rahmen einer Betriebsversammlung, die gestern in der Halle 11 des Wolfsburger Stammwerks stattfand, bezeichnete Gesamt- und Konzernbetriebsratschef Klaus Volkert die verringerte Fertigung ab 28. März als "erforderlich". Volkert: "Wahrscheinlich müssen wir mit einem schwachen Automobiljahr rechnen".
Kritisch äußerte sich der VW-Vorstandsvorsitzende Ferdinand Piech im Rahmen der Betriebsversammlung über den Entwurf der EU-Kommission für eine neue Gruppenfreistellungsverordnung (GVO), die eine "Schlechterstellung der Automobilindustrie gegenüber der übrigen Industrie" darstelle. Piech: "Dies betrifft vor allem die Markenexklusivität, Zielvereinbarungen mit dem Handel und die Standortsicherung für die Händler sowie Kundendienst- und Werkstattleistungen".