Lippstadt. Getrieben wird das Geschäft durch die guten Absätze in Asien und in Nordamerika. So hat der Zulieferer vor wenigen Tagen ein Lichtwerk im chinesischen Jiaxing eröffnet. Zwei weitere Werke in China folgen 2014. „Darüber hinaus werden wir bereits im Januar 2014 einen weiteren Standort in Mexiko einweihen, der den gesamten amerikanischen Kontinent bedienen wird“, so Breidenbach. Der Manager rechnet damit, dass Hella 2014 weltweit erstmals über 30.000 Mitarbeiter beschäftigen wird. Besonders starke Zuwächse erwartet er in China: „Derzeit beschäftigen wir in China über 4000 Mitarbeiter. Wir gehen davon aus, dass diese Zahl in den kommenden drei Jahren auf rund 10.000 Mitarbeiter steigen wird.“ Auch wenn das Unternehmen vom europäischen Markt insgesamt „keinen Rückenwind“ bekommen habe, seien die europäischen Standorte derzeit sehr gut ausgelastet. „Aber das ist eine temporäre Betrachtung“, mahnt er. „Angesichts der nachhaltigen strukturellen Verschiebungen in der Automobilindustrie findet die Produktion immer mehr vor Ort in den Wachstumsmärkten statt.“ Mit dem zunehmenden Gewicht der Wachstumsmärkte steige mittelfristig der Druck in Europa. „Denn künftig muss die europäische Nachfrage die Auslastung der lokalen Werke sicherstellen. Wenn es kein signifikantes Wachstum im europäischen Markt gibt, wirkt sich das entsprechend auf die Standorte aus. Diese strukturelle Veränderung können wir klar absehen und stellen uns darauf ein“, sagt Breidenbach. Bei neuesten Technologien setzt Hella weiter auf den Standort Deutschland. In Lippstadt wurden jüngst 14 Millionen Euro in ein neues Entwicklungszentrum investiert. Die Art der Entwicklungstätigkeiten verschiebt sich aber. Eher einfache Arbeiten werden verstärkt im globalen Netz verteilt. In Deutschland werden Hochtechnologie, Innovationen, aber auch die Steuerung des weltweiten Entwicklungsverbunds an Bedeutung gewinnen. „Das stellt extrem hohe Anforderungen an die deutschen Standorte.“
Hella wird chinesischer
Nachdem der Licht- und Elektronikanbieter Hella im ersten Geschäftshalbjahr (per Ende November) den Umsatz um mehr als sechs Prozent steigern konnte, rechnet Unternehmenschef Rolf Breidenbach für das zweite Halbjahr nun mit einem Umsatzplus „im hohen einstelligen Bereich – vorausgesetzt, die Autoindustrie setzt ihre aktuelle Entwicklung im neuen Jahr fort“. Im Geschäftsjahr 2012/2013 (per Ende Mai) hatte Hella insgesamt fünf Milliarden Euro erlöst. „Bei der Profitabilität werden wir dann mindestens auf dem Niveau des Vorjahrs liegen.“ Zuletzt hatte Hella ein operatives Ergebnis (EBIT) von 299 Millionen Euro erzielt.