Genf. Während mehrere Volumenhersteller unter bedrohlichem Leerlauf leiden und in ihren europäischen Werken auf eine Auslastung von weniger als 50 Prozent kommen, läuft es bei Toyota vergleichsweise gut: "Wir werden in wenigen Wochen in Europa bei über 70 Prozent Auslastung liegen und 2014 die 100 Prozent erreichen“, so Schlicht. Der Grund: Inzwischen baut Toyota alle in Europa angebotenen Kernprodukte vor Ort. Diese positive Entwicklung wiege umso schwerer, als sie in einem schrumpfenden und extrem wettbewerbsintensiven Markt erreicht worden sei, so Schlicht. Entscheidend dafür seien Tempo, Weitsicht und anhaltend hohe Entwicklungsbudgets gewesen: "Wir haben nicht erst zu Beginn der Krise die Weichen richtig gestellt, sondern schon deutlich früher.“ So habe Toyota bereits vor Jahren mit der Verlagerung von Kapazitäten in die Wachstumsregionen begonnen. "Diese Entscheidungen zahlen sich jetzt aus.“ Aber Europa verliere dabei nicht, betonte Schlicht. So werde Toyota ab Mai zum ersten Mal Fahrzeuge aus seinen Werken in Großbritannien und in der Türkei direkt in die USA und in die Karibikregion liefern.
Toyota: Nichts ist unmöglich in Europa
Toyota zeigt sich nach jahrelangen Verlusten und zahlreichen Rückschlägen wieder so selbstbewusst wie seit Langem nicht mehr. "Wir werden im laufenden Fiskaljahr 2012/2013 zum ersten Mal seit 2007 wieder ein profitables Geschäft in unserer europäischen Automobilsparte verzeichnen“, sagte die Nummer zwei von Toyota in Europa, Vertriebschef Karl Schlicht, im Gespräch mit der Automobilwoche. Bezieht man das Finanzgeschäft mit ein, schreibt Toyota in Europa bereits seit 2010 schwarze Zahlen, so Schlicht.