Düsseldorf. Der potenzielle Markt ist riesig. Jährlich werden weltweit etwa 50 Millionen Tonnen Flachglas verarbeitet, wovon rund ein Zehntel auf die Fahrzeugindustrie entfällt. Für das kommende Jahr kündigt Evonik eine modifizierte Mixtur an, die die Verarbeitungsmöglichkeiten des Materials noch einmal verbessert. Uwe Löffler, Leiter des Segments Automotive in der Geschäftseinheit Acrylic Polymers, hält das für „einen wichtigen Meilenstein für Verscheibungen aus Plexiglas“. Doch derzeit müssen sich die Hessen noch mit Nischenanwendungen im Rennsport oder bei Konzeptfahrzeugen begnügen. Die Verbreitung des Materials findet „noch nicht in der Geschwindigkeit statt, wie wir uns das wünschen“, räumt Blass ein. Neben Plexiglas bieten die Kunststoffhersteller auch Lösungen aus Polycarbonat. In Pkw werden Scheiben aus diesem Werkstoff derzeit hauptsächlich in Seiten- oder Dachscheiben eingesetzt. Die Fahrzeughersteller scheuen sich häufig noch vor Anwendungen in der Großserie, da die Kunststofflösungen gegenüber Glas Nachteile in puncto Kratz- und Steiffestigkeit aufweisen.
Zähes Geschäft mit Scheiben aus Kunststoff
Als „ein Schlüsselprojekt für Evonik“, bezeichnet Rudolf Blass, Direktor im Automobilindustrie- Team des Herstellers von Spezialchemie, das Thema Glazing. Denn der Kunststoff, der bei den Darmstädtern unter dem Namen Plexiglas vertrieben wird, lässt sich im Spritzgießverfahren und in anderen thermoplastischen Prozessen freier formen und besser verarbeiten als Glas. Zudem sind die Scheiben rund 40 bis 50 Prozent leichter als herkömmliches Glas.