Bielefeld. Anfang Juli war es soweit: Der spanische Zulieferer Gestamp Automoción hat die Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden für den Einstieg von Mitsui erhalten. Anfang des Jahres war das japanische Unternehmen mit einem Investment in Höhe von rund 300 Millionen Euro beim größten spanischen Zulieferer eingestiegen. Nun hält Mitsui eine 30-prozentige Minderheitsbeteiligung an den Gestamp-Aktivitäten in Nord- und Südamerika. Betroffen sind davon 17 Werke in den USA, Mexiko, Brasilien und Argentinien mit rund 6100 Mitarbeitern.
„Durch den Einstieg von Mitsui versprechen wir uns einen besseren Zugang zu den asiatischen, speziell japanischen Fahrzeugherstellern“, erklärt Ulf Sudowe, globaler Entwicklungsleiter für den Bereich Fahrwerk bei Gestamp. Die Spanier haben, ebenso wie der Wettbewerber Benteler Automobiltechnik, 2012 rund acht Prozent des Umsatzes mit Asien erwirtschaftet. Bis 2017 „wollen wir diesen Anteil auf zwölf bis 14 Prozent steigern“, so Sudowe.Der Metallspezialist hatte in den vergangenen Jahren ein immenses Wachstum zu verkraften. Seit seiner Gründung im Jahr 1997 wurde der Umsatz von 240 Millionen auf 5,75 Milliarden Euro (2012) verbessert. Und im Ranking der Automobilwoche der umsatzstärksten Zulieferer in der Erstausrüstung erreichten die Spanier mit einem Umsatz von 7,6 Milliarden Dollar im Ranking des Jahres 2012 Position 26. Ein Jahr zuvor nahmen sie mit 6,45 Milliarden Dollar noch Rank 32 ein.Spanische Offensive
Der Metallspezialist Gestamp forciert das Geschäft in Asien. Durch den Einstieg von Mitsui verspricht sich der Zulieferer besseren Zugang zu den asiatischen, speziell japanischen Fahrzeugherstellern.
Zukäufe in Deutschland
In den vergangenen Jahren hat sich der Zulieferer in Deutschland durch Zukäufe stark engagiert. So hat Gestamp 2009 von Edscha das Scharniergeschäft mit 550 Millionen Euro Umsatz und 3800 Mitarbeitern übernommen. 2011 erwarb der Zulieferer die Metallumform-Sparte von ThyssenKrupp mit rund 5800 Mitarbeitern und 17Werken. Laut Sudowe sind für dieses Jahr keine größeren Zukäufe geplant. „Aber wenn sich die Gelegenheit ergibt, können wir uns Verstärkungen im Bereich der Metallumformung vorstellen.“ Um das Wachstum zu finanzieren, hat das Unternehmen im Mai zwei Anleihen über insgesamt rund 770 Millionen Euro begeben.
Metallspezialist Gestamp betreibt seine größte Entwicklungseinheit im Bereich Chassis im ehemaligen ThyssenKrupp-Werk in Bielefeld. Inklusive der Produktion sind dort etwa 1450 Mitarbeiter beschäftigt.