Herzogenaurach. Der Wälzlagerhersteller Schaeffler hat den Umsatz im Geschäftsjahr 2012 gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent auf 11,1 Milliarden Euro verbessert. Rund 57 Prozent davon wurden in Europa erzielt. "Der Schaeffler-Konzern hat seinen Wachstumskurs fortgesetzt, trotz eines sich im Laufe des Jahres eintrübenden Marktumfeldes“, erklärte der Vorstandschef der Schaeffler AG Jürgen M. Geißinger. Vor allem die Regionen Nordamerika (plus 18 Prozent) sowie Asien/Pazifik (plus zehn Prozent) hatten zur positiven Umsatzentwicklung beigetragen. Das Ebit fiel 2012 gegenüber dem Vorjahr um 0,3 auf nun 1,4 Milliarden Euro. Die Ebit-Marge sank von 15,8 auf rund 13 Prozent. Finanzvorstand Klaus Rosenfeld wies allerdings darauf hin, dass der Wert für 2011 "außergewöhnlich hoch“ gewesen sei. "Die Ertragskraft der Schaeffler-Gruppe ist stabil“, so der Finanz-Chef.
Das Konzernergebnis sank nach Abzug der Minderheitsaktionäre von 889 Millionen auf 872 Millionen Euro. Darin enthalten ist laut Schaeffler ein anteiliges Ergebnis aus der Beteiligung an der Continental AG in Höhe von 554 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte der Wert bei 324 Millionen Euro gelegen. Die Netto-Finanzverschuldung sank bei einem Verschuldungsgrad von 3,2 gegenüber dem Vorjahr um 0,3 auf etwa 6,8 Milliarden Euro.Wegen der Übernahme des Hannoveraner Konkurrenten Continental zum Beginn der Finanzkrise 2008 hatte sich Schaeffler hoch verschulden müssen. Neben den Verbindlichkeiten von 6,8 Milliarden Euro kommen noch Verbindlichkeiten der übergeordneten Holding in Höhe von 3,5 Milliarden Euro. "Wir sind zuversichtlich, dass wir in den nächsten Jahren diese Verschuldung abtragen werden, so Rosenfeld.Schaeffler mit Rekordumsatz und weniger Gewinn
Insgesamt hat sich beim Unternehmen aus Herzogenaurach 2012 die Automobilsparte besser entwickelt als die Industriesparte. So kletterte das Automobilgeschäft um rund sieben Prozent auf 7,7 Milliarden Euro. Vor allem die Regionen Asien/Pazifik mit einem Plus von 22 Prozent sowie Nordamerika mit einem Zuwachs von 21 Prozent trugen dazu bei. Ein überproportionales Wachstum wurde dabei beispielsweise mit Produkten wie trockenen Doppelkupplungen, stufenlosen Getriebesystemen und Nockenwellenverstellern erreicht.
Die Sparte Industrie lag hingegen mit 3,4 Milliarden Euro branchenbedingt rund zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau. Während die Bereiche Aftermarket, Aerospace und Schwerindustrie zulegen konnten, mussten bei Produkten für die Bereiche Windkraft, Bahn und Produktionsmaschinen Abstriche gemacht werden. Für das zweite Halbjahr erwartet Geißinger allerdings eine Belebung des Geschäfts.Der Schaeffler-Chef rechnet für 2013 mit einem Umsatzwachstum von vier Prozent und einer Ebit-Marge von rund 13 Prozent. "Damit werden wir in unseren Kernmärkten auch weiterhin stärker als der Markt wachsen.“ Den globalen Expansionskurs will der Manager fortsetzen. So werden derzeit insgesamt 17 neue Werke erreichtet beziehungsweise bestehende Standorte erweitert. Unter anderem entsteht ein neues Werk im russischen Uijanowak in dem ab dem Jahr 2014 Automobil- und Industrieprodukte hergestellt werden sollen.Die Anzahl der Mitarbeiter steig bei Schaeffler weltweit um rund 2000 auf etwa 76.000. Auch für das Jahr 2013 erwartet Geißinger einen Anstieg um etwa 2000 Stellen. Davon sollen rund 300 auf Deutschland entfallen. Die meisten entstehen aber in China, Indien und Nordamerika. Die Anzahl der Mitarbeiter steig bei Schaeffler weltweit um rund 2000 auf etwa 76.000. Auch für das Jahr 2013 erwartet Geißinger einen Anstieg um etwa 2000 Stellen. Davon sollen rund 300 auf Deutschland entfallen. Die meisten entstehen aber in China, Indien und Nordamerika.