München. Bei der Verzahnung der Glocke setzen die Italiener eine Technologie ein, die auch für Präzisionszahnräder bei Schweizer Uhrwerken verwendet wird. Die neue Leichtbau-Bremsscheibe ist das erste Produkt der Italiener, das sowohl in Europa als auch in China und den USA gefertigt werden soll. Insgesamt hat sich das Geschäft von Brembo in der zweiten Jahreshälfte positiv entwickelt. Im dritten Quartal hat das Unternehmen den Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs um 14,5 Prozent auf 391,5 Millionen Euro verbessert. Nordamerika hat dabei um 28,7 Prozent auf 99,5 Millionen Euro zugelegt. Die Verkäufe nach Deutschland stiegen im gleichen Zeitraum nur um 6,9 Prozent. Damit hat Deutschland im dritten Quartal mit 23,3 Prozent Anteil am Brembo-Umsatz seine Spitzenposition an Nordamerika (25,4) abgegeben. Brembo-Manager Vavassori führt das gute Quartalsergebnis in Nordamerika unter anderem darauf zurück, „dass in US-Fahrzeugen häufig bessere Komponenten als früher verbaut werden, um auf den Weltmärkten erfolgreich zu sein“.
Brembo auf Kundensuche
Nachdem Brembo gemeinsam mit Daimler eine neue Leichtbau-Bremsscheibe entwickelt hat, die zuerst bei den Schwaben zum Einsatz kommt, ist der Bremsenhersteller nun auf der Suche nach weiteren Kunden. „Wir sind mit dieser Lösung auch mit anderen Fahrzeugherstellern im Gespräch“, sagte Roberto Vavassori, der bei Brembo für die strategische Geschäftsentwicklung zuständig, der Automobilwoche. Die je nach Geometrie der Glocke um zehn bis 15 Prozent leichtere Bremsscheibe besteht aus Gusseisen und Stahl und wird zunächst ab 2014 exklusiv bei Mercedes in der Serie eingesetzt. Der Gewichtsvorteil wird vor allem dadurch realisiert, dass die Glocke mit einer Wandstärke von 2,5 Millimetern auskommt. Herkömmliche Bremsglocken aus Gusseisen benötigen hingegen Wandstärken zwischen 7,5 und neun Millimetern.