Stuttgart. Zwei Sensoren, einer links und einer rechts verdeckt im hinteren Stoßfänger des Fahrzeugs platziert, überwachen den Raum neben und hinter dem Fahrzeug. Befindet sich ein anderes Auto im toten Winkel und nähert sich sehr schnell von hinten, kann ein Spurwechselassistent rechtzeitig den Fahrer warnen. Hilfestellung leistet das System auch beim Rückwärtsausparken, selbst wenn dem Fahrer die Sicht durch Hindernisse versperrt ist. Der MRR in der Heckvariante gibt den Autobauern viele Möglichkeiten zur Integration sicherheitsrelevanter und komfortorientierter Funktionen, heißt es bei Bosch. Die technischen Voraussetzungen dafür schafft ein sogenannter bistatischer Dauerstrichradar mit Frequenzmodulation und vier Empfangskanälen. Seine im Vergleich zu einem herkömmlichen 24-Gigahertz-System höhere Arbeitsfrequenz, seine größere Modulationsbandbreite und die vier Empfangskanäle verbessern die Qualität der kontinuierlichen Ortung erheblich. Dank des kompakten Aufbaus mit platzsparenden Planarantennen lässt sich das System leicht in die Karosserie integrieren und zum Beispiel verdeckt hinter dem Stoßfänger einbauen. Eine noch größere Reichweite von bis zu 160 Meter – bei bis zu 45 Grad Öffnungswinkel – bietet die parallel entwickelte Frontversion des MRR. Bereits mit einem einzelnen Sensor kann beispielsweise ein vorausschauendes Notbremssystem gemeinsam mit dem Elektronischen Stabilitäts- Programm ESP Maßnahmen einleiten, um einen drohenden Unfall zu vermeiden oder seine Folgen abzumildern. Auch für den adaptiven Tempomaten ACC lassen sich die Daten nutzen. Die Funktion hält einen festgelegten Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug durch automatisches Abbremsen oder Beschleunigen ein und kann dem Fahrer den Abstand zu diesem Auto anzeigen.
Sensiblere Sensoren
Radarsensoren in Verbindung mit Assistenzsystemen sind weit verbreitet. Bosch hat seine Sensoren in mehreren Stufen weiterentwickelt und startet 2014 mit dem Mittelbereichsradarsensor (MRR) eine neue Generation. Dabei wird es sowohl eine Variante für den Front- wie auch eine für den Heckbereich geben. Nach Angaben der Stuttgarter kann der Sensor Fahrzeuge im toten Winkel sowie sich von hinten nähernde Autos präzise orten. "Mit bis zu 100 Metern Reichweite und bis zu 150 Grad Öffnungswinkel kann der Sensor Gefahrensituationen im rückwärtigen Bereich des Fahrzeugs deutlich erkennen“, erläutert Gerhard Steiger, Bosch-Bereichsvorstand für Chassis Systems Control.