London. Die Kooperation mit Daimler verlaufe „planmäßig“ und bringe gute Ergebnisse, so Palmer. Neue Projekte mit den Deutschen seien derzeit aber nicht in Sicht. Stark ausbauen wollen die Japaner stattdessen ihre Partnerschaft mit Mitsubishi. Auch der Allianz- Partner Renault wird an dieser Kooperation beteiligt. Der deutlich kleinere japanische Hersteller Mitsubishi soll auf einer Renault- Plattform zwei Stufenheck-Modelle für den nordamerikanischen Markt bauen und dort unter der eigenen Marke verkaufen. Geplant sind ein Modell der oberen Mittelklasse und ein Kompaktmodell. Gebaut werden soll das größere Fahrzeug in dem Renault-Samsung-Werk in Busan in Südkorea. Für das Kompaktmodell steht der Produktionsort noch nicht fest. Darüber hinaus wollen die drei Autohersteller gemeinsam Micro-Stadtautos entwickeln und bauen, die in Japan als Kei-Cars bekannt sind. Nissan und Mitsubishi arbeiten bereits seit 2011 zusammen, um neue Kei-Cars zu entwickeln. Zwei Modelle aus dieser Kooperation kamen in diesem Jahr auf den Markt. Die neuen Pläne sehen vor, daran auch Renault zu beteiligen. In Europa stoße Nissan inzwischen mit seinen Werken in Großbritannien (Sunderland) und Spanien (Barcelona) an Kapazitätsgrenzen, sagte Palmer weiter. „Wir arbeiten absolut am Maximum, Sunderland läuft mit drei Schichten, und auch in Barcelona sind die letzten Möglichkeiten zur Erhöhung der Kapazität ausgeschöpft.“ Pläne zum Ausbau der eigenen Fertigungskapazitäten in Europa habe Nissan derzeit aber nicht, betonte Palmer. Vielmehr prüfe man, für weitere europäische Nissan-Modelle brachliegende Kapazitäten des Allianzpartners Renault zu nutzen. „Eine Entscheidung darüber ist noch nicht gefallen.“ Nissan hatte im Frühjahr entschieden, den künftigen Micra ab 2016 im Renault-Werk im französischen Flins zu bauen, um den Bestand der Fabrik zu sichern. Der aktuelle Micra wird in Indien gefertigt. Renault baut in Flins den auf derselben Plattform beruhenden Clio und den elektrischen Zoe. 2010 hatte Nissan die europäische Micra-Fertigung aus Großbritannien ins indische Chennai verlegt, um in Sunderland Kapazitäten für den Juke zu schaffen. Palmer zeigte sich optimistisch zur Entwicklung von Infiniti. „Die Marke wird auch dank der Formel- 1-Erfolge von Sebastian Vettel immer bekannter.“ Bislang ist das Verkaufsvolumen aber noch gering: 2012 waren es weltweit 173.000 Autos. Allerdings will Nissan seine Zweitmarke demnächst auch in Japan unter dem Markennamen Infiniti anbieten.
Nissan baut seine Allianzen aus
Nissan baut seine Partnerschaft mit Renault und künftig auch die mit Mitsubishi erheblich aus. Dennoch hält der zweitgrößte japanische Autobauer an der bestehenden Kooperationen mit Daimler fest. „Wir haben jedes Interesse daran, die Partnerschaft mit Daimler fortzuführen“, sagte Nissan-Strategievorstand Andy Palmer im Gespräch mit der Automobilwoche. „Wir lieben Diversität. Und wir leben alle unsere Partnerschaften. Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit Daimler.“ Von Daimler bezieht die Nissan-Nobelmarke Infiniti Motoren für das neue Mittelklassemodell Q50.