München. Roland Berger und die Investmentbank Lazard haben 600 Zulieferer befragt und große Unterschiede festgestellt. Zu den Gewinnern zählen Unternehmen aus dem NAFTA-Raum, große und global aufgestellte Konzerne, Zulieferer mit einem Schwerpunkt bei Antriebsstrang und Reifen sowie hoch innovative Firmen. Prozessspezialisten schneiden hingegen nicht so gut ab. „Viele der erfolgreichen Zulieferer haben gegenüber 2007 – dem Jahr vor der Krise – ihre finanzielle Position verbessert und die Liquidität erhöht“, erklärt Mitautor Christof Söndermann, Direktor bei Lazard. Doch das Ende des Höhenflugs ist absehbar. 2015 wird kein Rekordjahr. Dennoch bewegen sich die EBIT-Margen weiterhin auf hohem Niveau. Kurzfristig prognostiziert die Studie ein schwächeres Wachstum in der Fahrzeugproduktion, das mit einer steigenden Unsicherheit in den Weltmärkten einhergeht. Nur China bleibt Wachstumsmotor. Langfristig rechnen die Autoren mit einer Verlagerung der Entwicklung vor allem in Richtung China, mehr Produktion in aufstrebenden Märkten und einer höheren Wertschöpfung bei den Rohstoffversorgern. Sie prognostizieren auch technologische Fortschritte bei Antriebsstrang, Fahrerassistenz und Konnektivität sowie eine größere Volatilität der Währungen und Kapitalmärkte. Insgesamt nähmen die Unsicherheiten zu. Manch langjährige Partnerschaft der Zulieferer mit Fahrzeugherstellern werde beim Kampf um globale Plattformen geopfert.
Risiken steigen
Die Rekordjahre sind gezählt
Getrieben durch die weltweit steigende Automobilproduktion „wird 2014 zum besten Jahr für die Autozulieferindustrie“, so Felix Mogge, Partner bei der Unternehmensberatung Roland Berger und Mitautor der „Global Automotive Supplier Study“. Das operative Ergebnis (EBIT) wird demnach bei durchschnittlich 7,5 Prozent liegen, 1,5 Prozentpunkte mehr, als die Autobauer erreichen.