Hannover. Continental will in den kommenden Jahren stark das Geschäft mit Nutzfahrzeugreifen ausbauen. Jährlich sollen bis 2018 bis zu 200Millionen Euro in den Ausbau der Werke fließen, erklärte Nikolai Setzer, im Conti-Vorstand verantwortlich für das Reifengeschäft. Setzer schloss auch den Neubau von Fabriken nicht aus. Der Zulieferer unterhält derzeit zwölf Werke für Nutzfahrzeugreifen in elf Ländern. Zudem baut das Unternehmen sein Turbolader-Geschäft aus. So hat der Zulieferer die Turbolader- Produktion an seinem tschechischen Standort Trutnov gestartet. Die Fertigungskapazität soll in den kommenden Jahren kontinuierlich wachsen. „Wir planen, mittelfristig eine installierte Jahreskapazität von rund zwei Millionen Einheiten zu erreichen“, erklärte Udo Schwerdel, Leiter der Produktlinie Turbolader in der Geschäftseinheit Engine Systems. Für den Zulieferer sind Benzinmotoren mit Turboaufladung ein Wachstumsmarkt. „Wir rechnen damit, dass dieses Marktsegment in den kommenden Jahren weltweit um jeweils zweistellige Prozentwerte wachsen wird“, so Wolfgang Breuer, Leiter der Einheit Engine Systems. „Nach dem Produktionsstart in Trutnov planen wir auch eine Ausweitung unserer Produktion in China und Nordamerika.“ Gute Aussichten auch bei ZF: Der Antriebs- und Fahrwerkspezialist hat in den ersten acht Monaten des Jahres den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf 12,1 Milliarden Euro verbessert. Für das Gesamtjahr rechnet ZF-Chef Stefan Sommer mit einer Umsatzsteigerung im hohen einstelligen Prozentbereich auf über 18 Milliarden Euro. „Wir nehmen aus den ersten zwei Dritteln des Jahres vor allem aus China und den USA viel Schwung mit ins letzte Drittel des Jahres, in dem wir ihn als Ausgleich für die schwache Entwicklung in Brasilien und Russland gut gebrauchen können“, so Sommer. In den vergangenen acht Monaten haben sich besonders die Verkaufserlöse in den USA (plus 30 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro) und China (plus 26 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro) positiv entwickelt und trugen damit maßgeblich zur guten wirtschaftlichen Lage des Zulieferers vom Bodensee bei.
Zuwächse beim Umsatz
Starkes Jahr für Zulieferer
Die drei größten deutschen Zulieferer Bosch, Continental und ZF Friedrichshafen haben sich auf der Messe IAA Nutzfahrzeuge optimistisch gezeigt. So rechnet Bosch noch in diesem Jahr mit einem deutlichen Schub aus dem Nutzfahrzeuggeschäft. Etwa jeder vierte Euro in seiner Kfz-Sparte werde in diesem Jahr mit Produkten für Lastwagen, Transporter oder Busse umgesetzt, erklärte der Spartenchef Wolf-Henning Scheider. Bei Dieselsystemen sei es sogar jeder zweite. Während der Manager für die gesamte Auto-Sparte für das laufende Jahr ein Umsatzplus von sieben bis acht Prozent erwartet, soll das Nutzfahrzeuggeschäft um zehn Prozent zulegen. Wachstumstreiber bleibt die Diesel-Technik.