München. Cardis Reynolds geht gegen BMW vor. Der IT-Anbieter für Dealer-Management-Systeme (DMS) hat Beschwerde beim Bundeskartellamt eingereicht. Er sieht sich im Geschäft für Dealer-Management-Systeme von seinem langjährigen Kunden BMW benachteiligt und sieht den freien Wettbewerb in Gefahr.
Grund dafür ist, dass BMW und der Verband Deutscher BMW Vertragshändler e.V. (VDB) einen Aufruf an die eigenen Vertragshändler und Servicebetriebe gestartet hat, zukünftig nicht mehr das Dealer-Management-System von Cardis zu nutzen, sondern nach mehr als 20 Jahren auf den Wettbewerber Incadea umzustellen.
Laut Cardis Reynolds stellen es BMW und der VDB ihren Vertragshändlern nicht frei, ob sie zukünftig zu Incadea wechseln möchten oder weiterhin das Dealer-Management-System von Cardis nutzen wollen. Es heißt, es würde von BMW über den Verband Deutscher BMW Vertragshändler Druck auf die Vertragshändler und Servicebetriebe ausgeübt, der damit verknüpft ist, dass Incadea-Nutzer es wohl leichter bei der anstehenden Neuvergabe der Vertragshänderverträge im September 2018 haben werden.
Cardis sieht diesen Aufruf und das Verhalten von BMW und des VDB als einen kartellrechtswidrigen Eingriff in seinen Geschäftsbetrieb, der den Wettbewerb um DMS auf diesem Markt vollständig ausschaltet. Darum hat Cardis gegen die BMW AG und den Verband Deutscher BMW Vertragshändler e.V. Beschwerde beim Bundeskartellamt wegen Verstoßes gegen das Boykottverbot eingelegt. Gegen die BMW AG legte die Firma zusätzlich eine Beschwerde wegen Marktmachtmissbrauchs ein.
BMW und der Verband Deutscher BMW Vertragshändler wollten sich auf Nachfrage der Automobilwoche wegen des laufenden Verfahrens nicht zu der Beschwerde von Cardis Reynolds äußern.
Cardis Reynolds ist eine Tochter des US-Unternehmens The Reynolds and Reynolds Company. Seit über 30 Jahre entwickelt und implementiert das Unternehmen Dealer-Management-Systeme. In Deutschland betreut Cardis Reynolds über 1000 Händler und Servicebetriebe mit fast 20.000 Anwendern.