Herr Kirchhoff, Ihre familiengeführte Gruppe ist im Sauerland beheimatet. Ist es dort schwierig, stets die Mitarbeiter zu bekommen, die Sie benötigen?
Das kann man so pauschal nicht sagen. Grundsätzlich hilft es, wenn man im Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte als Unternehmen attraktiv ist. Die Menschen hier sind bodenständig und hängen an der Scholle, nur wenige wandern ab. Deshalb haben wir Mitarbeiter im Unternehmen, die schon in der zweiten und dritten Generation bei uns arbeiten.
Also haben Sie gar keine unbesetzten Positionen?
Bei den Auszubildenden nicht, da sind wir begehrt. Kein Selbstläufer ist die Rekrutierung aber bei Fach- und Führungskräften mit Berufserfahrung, etwa in Bereichen der Fügetechnik. Da ist es auch für uns nicht einfach, Stellen neu zu besetzen. Generell ist es mittlerweile schwieriger, betriebliche Arbeitsplätze zu besetzen als kaufmännische. Einen top ausgebildeten Anlagenelektroniker zu finden, ist schon eine Herausforderung.
Was sind Ihre wichtigsten Maßnahmen, um dem Facharbeitermangel zu begegnen?
An erster Stelle steht da für uns eine gute Unternehmenskultur, eine klare Kommunikation und ein gutes Arbeitsklima. An zweiter Stelle steht natürlich die Ausund Weiterbildung. Wir bilden selbst seit Jahrzehnten in vielen Berufen erfolgreich aus, das macht sich langfristig bezahlt. Eine dritte Säule ist eine verstärkte Flexibilisierung, die immer mehr Arbeitnehmer von uns erwarten. Gerade für junge Mitarbeiter sind oft die Unternehmen aus den Bereichen IT und Social Media ein Beispiel. Die Themen Teilzeit, Homeoffice, Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben einen großen Stellenwert bei uns. Da haben wir schon viel gemacht, beispielsweise einen sehr begehrten Betriebskindergarten gegründet. Es ist noch nicht alles perfekt, aber wir sind auf gutem Weg.