Leverkusen. Neben dem „europäischen“ Design der neuen Modelle führt Guyton den Erfolg der Marke auch auf das Bekenntnis zum sportlichen Fahren zurück: „Wir sind stolz darauf, in der Automobilindustrie als Rebellen zu gelten, die fest davon überzeugt sind, dass die Freude am Fahren nicht unter den ständig steigenden Effizienzanforderungen leiden darf.“ Weltweit steigerten sich die Japaner im ausgelaufenen Geschäftsjahr um 7,8 Prozent auf 1,33 Millionen Einheiten. Ab 2016 will der Hersteller aus Hiroshima auf jährlich 1,5 Millionen Verkäufe kommen. Doch nicht nur in puncto Volumen plant Mazda, auf Augenhöhe mit BMW und Daimler zu rücken: „Wir wollen in den Herzen und Köpfen unserer Kunden zu einer Premiummarke werden“, sagt Konzernchef Masamichi Kogai.
Rebellische Wachstumspläne
„Uns wurde immer und immer wieder gesagt, dass nur die Größten in einem derart kapitalintensiven und zyklischen Geschäft überleben können“, sagt Europa- Chef Guyton. „Aber bei Mazda haben wir Wege zum Erfolg gefunden, indem wir immer wieder Konventionen infrage stellen, um die Dinge besser zu machen, als es bislang üblich war.“ Für dieses Denken haben die Menschen in Hiroshima den Begriff „Mukainada“ kreiert – was in etwa bedeutet, eine große Herausforderung ohne Zögern anzunehmen. So habe Mazda beispielsweise die vergleichsweise geringe Größe des Konzerns durch ungewöhnlich flexible Werke wettgemacht, etwa indem diverse Motorenfamilien auf dieselben Basiskomponenten zurückgreifen und auf denselben Linien produziert werden können. Der Konzern sei finanziell stark genug, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, betont Guyton: „Mazda hat sich in der globalen Finanzkrise auf seine Beziehungen zu den Händlern und den Banken konzentriert. Das hat uns bei den Banken groß bemessene Kreditlinien und hohe Liquidität beschert.“
Im Handel habe Mazda nicht wie die meisten Autobauer die Kreditlinien gekappt und geringere Margen durchgesetzt, sondern weiterhin Kredite zu attraktiven Bedingungen angeboten, um den Handel zu stabilisieren. Vor diesem Hintergrund sieht Guyton im aktuellen Erfolg der Marke nicht nur ein Strohfeuer. „Nicht viele Autohersteller in Europa können sich die Prognose erlauben, dass man auch im zweiten Jahr in Folge wieder Marktanteile hinzugewinnen wird.“