Wolfsburg. Macht legte zum 1. August sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder und „verlässt Volkswagen in gegenseitigem Einvernehmen“, wie der Konzern mitteilte. Vorstandschef Martin Winterkorn dankte Macht in dürren Worten: „Michael Macht hat das Volkswagen- Produktionssystem weiterentwickelt. Wir danken ihm für seine Leistungen“, erklärte er. Machts kommissarischer Nachfolger ist Thomas Ulbrich, Produktionsvorstand der Kernmarke Volkswagen Pkw. Machts Vertrag lief eigentlich noch bis Oktober 2015, in diesen Tagen hätten Gespräche zur Vertragsverlängerung auf der Tagesordnung gestanden. Doch in den vergangenen Monaten war die interne Kritik an den Problemen in der globalen Produktion immer lauter geworden. So hatte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh moniert: „Unsere Kollegen zahlen die fehlerhafte Aufstellung und mangelnde Verfügbarkeit der Produktionsanlagen mit Mehrarbeit und Sonderschichten.“ Vorstandschef Winterkorn hatte zwei Wochen zuvor bei einer Führungskräftetagung explizit die hohen Kosten in der Fertigung kritisiert. Vieles sei zu groß, zu komplex, zu teuer geworden, erhoffte Synergien blieben aus. Macht war damit angezählt. Im Stammwerk Wolfsburg waren zuletzt Millionen in den Ausund Umbau von Produktionsanlagen investiert worden, die derzeit jedoch nur mit Einschränkungen funktionieren. Und im neuen US-Werk Chattanooga investierte Volkswagen gut eine Milliarde Dollar, doch auch dieses Werk ist nicht ausgelastet. Ein Teil der Kritik daran fiel auch auf Macht. Der gebürtige Stuttgarter hatte die Position des Produktionsvorstands 2010 angetreten. Seitdem hat bei Volkswagen mit der Einführung des Modularen Querbaukastens (MQB) produktionstechnisch eine Revolution stattgefunden. Die Risiken der Gleichteile- Strategie sind gestiegen, zugleich finden zahlreiche Modellwechsel statt, vielfach zeitgleich auf den globalen Märkten. Weltweit betreibt VW derzeit 106 Werke, jedes Jahr kommen neue hinzu. Damit steigt die Komplexität ebenso wie die Anforderungen an die Führung.
Restrukturierung
Aus für VW-Vorstand Macht
Wenige Wochen nach der Veröffentlichung eines Restrukturierungsprogramms kosteten die Probleme in der Fertigung der Volkswagen-Gruppe Produktionsvorstand Michael Macht den Posten. Die VW-Führung traute dem 53-jährigen früheren Porsche-Vorstandschef und ausgewiesenen Produktionsexperten offenbar nicht mehr zu, Kosten und Komplexität in den Griff zu bekommen. Dabei galt der besonnene Schwabe lange Zeit sogar als potenzieller Nachfolger von Konzernchef Martin Winterkorn.