Remscheid. Aber auch in Asien haben die Remscheider, die seit 2010 zum spanischen Zulieferer Gestamp gehören, kräftig zugelegt. So wurde im August 2013 im ostchinesischen Kunshan ein Werk für Scharniersysteme und Türfeststeller eingeweiht. Mit Scharnieren erreicht Edscha in Asien einen Marktanteil von rund zehn Prozent, der deutlich ausgebaut werden soll. „Mittlerweile haben wir in China auch bei vielen lokalen chinesischen Fahrzeugherstellern wie Great Wall, Geely oder Chery Aufträge gewinnen können“, erklärt Torsten Greiner, seit Sommer 2011 Vorsitzender der Geschäftsführung von Edscha. Der Manager erwartet, dass 2017 der Anteil Asiens am Umsatz bei 23 Prozent liegen wird. Um dies zu erreichen, wurden 2013 unter anderem Joint Ventures in Südkorea und in Thailand gegründet. Auf Nord- und Südamerika sollen im Jahr 2017 rund 17 Prozent des Umsatzes entfallen und der europäische Anteil nach 75 Prozent im vergangenen Jahr dann bei etwa 60 Prozent liegen. Insgesamt hat Edscha nach vorläufigen Zahlen im vergangenen Jahr 715 Millionen Euro umgesetzt. Die Zielmarke für 2017: etwa 900 Millionen Euro. „Rund 120 Millionen Euro hat Edscha dank Gestamp in den vergangenen drei Jahren in profitables Wachstum investieren können“, so Greiner, der den Einstieg der Spanier bei Edscha für „einen Glücksfall“ hält. In den nächsten zwei Jahren will der Manager am Werkeverbund nichts ändern. Doch es gibt Überlegungen, eine Fabrik in Mexiko zu errichten. „Aber dazu gibt es noch keine Standortentscheidung“, so der Unternehmenschef. Während das Wachstum also vor allem aus Asien und Amerika kommt, registriert Greiner „einen wachsenden Druck“ auf die europäischen Standorte. Das hat Edscha aber nicht davon abgehalten, im September vergangenen Jahres den Grundstein für ein Werk für Scharniersysteme im russischen Togliatti zu legen. Noch im Verlauf dieses Jahres soll dort die Produktion von Türscharnieren aufgenommen werden. Mittelfristig will der Zulieferer am Standort mehr als 150 Mitarbeiter beschäftigen.
Zulieferer für Scharniersysteme profitiert vom spanischen Mutterhaus
Edschas neue Lust an Amerika
Zulieferer Edscha nimmt in Nordamerika wieder Fahrt auf. Nachdem sich das Unternehmen im Zuge der Insolvenz im Jahr 2009 vom Markt zurückgezogen hatte, will der Anbieter von Scharniersystemen 2014 mit den Kunden Chrysler, Daimler und General Motors wieder einen Umsatz von 45 Millionen Euro erzielen. 2013 wurden nach dem Neuanfang zunächst fünf Millionen Euro umgesetzt.