Hannover. Mit dem letzten noch im Kundenportfolio fehlenden namhaften Nutzfahrzeughersteller hat der Zulieferer eine Lücke geschlossen. Die Kabelsysteme werden ab Mitte kommenden Jahres an Standorte von Scania in Europa und Brasilien geliefert. Darüber hinaus hat der größte europäische Bordnetzspezialist weitere Aufträge über die Belieferung mit Bordnetz-Systemen für Kunden in den Regionen EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika), Amerika und Asien-Pazifik gewonnen. „Die Hersteller von Nutzfahrzeugen und Lkw-Motoren sind eine zunehmend wichtige Kundengruppe für Leoni“, erklärt Martin Glösslein, der im Unternehmensbereich Wiring Systems das Geschäft mit den US-Kunden und der Nutzfahrzeugindustrie verantwortet. Mit neuen Lösungen, die den Kunden helfen sollen, Einsparungen bei Gewicht und Kosten zu erzielen, ist Leoni-Vorstand Andreas Brand zuversichtlich, „unser Geschäft mit der Nutzfahrzeugindustrie bis 2015 um jährlich mehr als fünf Prozent zu steigern“. Schon in den vergangenen Jahren hat das Unternehmen die Erlöse in der Nutzfahrzeug-Sparte stark ausgebaut. Zwischen den Jahren 2001 und 2013 stiegen die Umsätze jährlich im Durchschnitt um 14,3 Prozent auf rund 300 Millionen Euro. Gute Chancen sieht Brand vor allem in Asien. In dieser Region stattet Leoni bislang vorwiegend Pkw mit Kabelsätzen aus. Einen europäischen Lkw-Hersteller und dessen chinesischen Joint-Venture- Partner rüsten die Franken ab dem zweiten Halbjahr 2015 mit Getriebekabelsätzen für schwere Lkw aus. „Dies bedeutet für Leoni einen wichtigen Entwicklungsschritt in Asien“, so Brand.
Leonis Freude am Laster
Im vergangenen Jahr hat der mittelfränkische Zulieferer mit 66.000 Mitarbeitern rund 3,9 Milliarden Euro Umsatz erzielt. Vom Nutzfahrzeug-Umsatz kamen aber nur vier Prozent aus China, jeweils 48 Prozent entfielen auf Amerika und Europa. Diese Verteilung soll sich gravierend ändern: „In zehn Jahren wollen wir eine Gleichverteilung der Umsätze in Europa, Asien und den Amerikas erreicht haben“, skizziert der Leoni-Vorstand die Marschrichtung. Das hänge aber auch davon ab, wie sich der chinesische Markt in puncto Elektrifizierung und Ausstattungsraten der Fahrzeuge weiter entwickeln wird. Die derzeit schwachen Umsätze im asiatischen Nutzfahrzeug- Geschäft begründet Brand damit, dass die chinesische Lkw-Flotte nur über wenig Elektronik verfügt. „In Europa und Nordamerika sind die Fahrzeuge wesentlich höherwertiger ausgestattet“, so Brand.