München. Erste Erfahrungen will das Unternehmen nun im Rahmen eines Pilotprogramms auf öffentlichen Straßen in Kalifornien gewinnen. Allerdings will Google die Prototypen nicht selbst bauen. Das soll ein bislang nicht genannter Partner übernehmen. Die Reaktionen der Autobauer auf das Google-Fahrzeug fallen unterschiedlich aus. Renault-Chef Carlos Ghosn ist der Ansicht, selbstfahrende Autos des Internet-Konzerns müssten den etablierten Herstellern keine großen Sorgen bereiten. Fahrzeuge zu bauen sei aufwendig, und die Margen seien vergleichsweise gering. Ein Auto, in dem gar keine Fahrer mehr vorgesehen sind, werde zudem wohl noch lange verboten bleiben, vermutet der Renault-Chef in Anspielung auf Haftungsfragen. „Das Problem ist nicht die Technologie, das Problem ist die Gesetzgebung“, so Ghosn, der mit einer Zulassung der ersten autonom fahrenden Autos, bei denen der Fahrer aber weiterhin die Kontrolle behält, ab 2018 rechnet. Opels Vorstandschef Karl-Thomas Neumann verfolgt die Aktivitäten des IT-Konzerns „mit größtem Interesse“. Google habe im Automotive-Sektor „wichtige Technologien beizutragen“.
Konsequenter Ansatz zum selbstfahrenden Auto
Google-Auto bringt neuen Schwung in die Mobilitätswelt
Mit einer Stückzahl von 100 Prototypen will der Internet-Konzern Google in das Abenteuer selbstfahrendes Auto starten. Anders als der jüngst vorgestellte erste Prototyp sollen diese elektrisch angetriebenen Fahrzeuge ohne Lenkrad, Gaspedal und Bremse auskommen und eine Geschwindigkeit von 40 Stundenkilometern erreichen – ohne Eingreifen des Fahrers. Bei bisherigen Konzepten etablierter Autohersteller kann der Fahrer hingegen eingreifen, wenn die automatische Steuerung versagen sollte.
Neuer Blickwinkel aufs Auto
„Google ist ernst zu nehmen“, so Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive an der FHDW in Bergisch Gladbach, zur Automobilwoche. Als Branchenfremder habe der IT-Konzern eine andere Sicht auf das Auto, zudem verfüge er „über eine enorme Finanzkraft“. In Google sieht Bratzel nicht in erster Linie einen weiteren Autobauer, sondern ein Unternehmen, das mit neuen Geschäftsideen Schwung in die Mobilitätswelt bringt. Für Google stehe beim Auto die Nutzung der Zeit im Fahrzeug im Vordergrund. Welche Konsequenzen der Einstieg des Internet- Konzerns in die Autowelt insgesamt haben wird, sei nicht abzuschätzen.