Coburg. Der Brose-Chef kritisierte auch die aktuellen Rahmenbedingungen in Deutschland. „Als Unternehmen stellen wir uns auch die Frage, was passiert, wenn sich das Marktwachstum abschwächt. Wir sehen das zwar im Moment nicht, aber wir bereiten uns natürlich darauf vor.“ Und da seien die Lohnabschlüsse der vergangenen Jahre kontraproduktiv gewesen. „Das können wir uns in Deutschland auf Dauer nicht leisten. Fakt ist, dass bei unseren Produkten die Preise sinken, aber die Kosten, insbesondere für Energie und Arbeit, steigen.“ Positive Entwicklungen gibt es hingegen im Produktportfolio der Coburger. Neben dem weiterhin stark wachsenden Geschäft mit Sitzsystemen läuft auch der Absatz von Elektromotoren gut. Dort hält der Trend zu bürstenlosen Motoren an. „Hier liefern wir inzwischen immer mehr Powerpacks, also den Elektromotor plus die integrierte Steuerung“, erläuterte der Brose-Chef.
Kosten besser verteilen
Eingesetzt werden solche Produkte nicht nur bei Fensterheberoder Heckklappenantrieben, sondern auch bei Klimagebläsen sowie bei Kühlerlüftermodulen. Künftig sieht man beim Zulieferer aber auch Einsatzmöglichkeiten von Powerpacks bei Getriebeaktuatoren. Laut Otto soll der Zulieferer, der im vergangenen Jahr 4,7 Milliarden Euro umgesetzt hat und sich für 2014 die Fünf-Milliarden-Marke vornimmt, weiter kontrolliert und eigenfinanziert wachsen. Dabei komme Brose zugute, dass die Eigentümerfamilie den überwiegenden Anteil des Ertrags wieder dem Unternehmen zur Verfügung stellt. „Unser Ziel ist die Eigenfinanzierung auch des geplanten weiteren Wachstums.“ Die letzte größere Akquisition der Franken reicht mittlerweile bis ins Jahr 2008 zurück. Die Coburger hatten damals die Elektromotoren-Sparte von Continental mit 4200 Mitarbeitern und rund 750 Millionen Euro Umsatz übernommen.