München. Zwar hält er bis 2025 um bis zu 80 Prozent geringere Herstellungskosten für möglich, doch für einen Durchbruch reicht selbst eine solche Kostensenkung nicht aus. Laut Studie kostet ein Brennstoffzellensystem derzeit noch rund 45.000 Euro pro Fahrzeug. Dabei trägt die Membran-Elektroden- Einheit, die den Wasserstoff in elektrische Energie umsetzt, bis zu 45 Prozent zu den Gesamtkosten bei. Für sie wird das teure Edelmetall Platin als Katalysator verwendet. Bei einem Szenario mit einer jährlichen Produktion von 300.000 Brennstoffzellenfahrzeugen würden die Kosten für die Membran- Elektroden-Einheit pro Fahrzeug auf rund 2500 Euro sinken. Platin wäre dann für über 70 Prozent der Kosten der Einheit verantwortlich. Bei Optimierungen des gesamten Herstellungsprozesses und einer Reduzierung auf 15 Gramm Platin pro Auto ließen sich die Produktionskosten einer Membran- Elektroden- Einheit auf etwa 1000 Euro senken – 500 Euro entfielen dann noch auf das Platin. Daher sei die Entwicklung fast platinfreier Brennstoffzellen ein Forschungsschwerpunkt vieler Autobauer. Doch bis zur Serienreife ist es noch weit. Deshalb werden auf absehbare Zeit eher batteriebasierte und hybride Antriebsstränge die Hauptrollen auf dem Weg zur Null-Emissions-Mobilität spielen.
Neue Studie
Weiter Weg zur billigen Brennstoffzelle
Mithilfe von Brennstoffzellen ließe sich das Problem der begrenzten Batteriereichweite beim E-Antrieb umgehen. So weit die Theorie. „Bislang verhindern die hohen Produktionskosten für Brennstoffzellensysteme und die fehlende Infrastruktur den lange erwarteten Start am Massenmarkt“, erklärt Wolfgang Bernhart, Partner bei der Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants und Autor einer Studie zu diesem Thema.